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Das Wrack der Carbonera

by Roland Glorius 6.01

Friedhofsbesuch

Wer besucht schon gerne einen Friedhof? Taucher ja, wenn es sich dabei um einen Schiffsfriedhof handelt. Ich hatte wieder einmal die Gelegenheit ein neues Wrack an der Costa Calida zu erkunden. Mir sind hier in einem Umkreis von 25 km neun Wracks bekannt. Allein fünf davon liegen schon an der Felsnadel „Bajo de Fuera“ bei den Islas Hormigas. Von Tauchgängen an der „Turia“ und „La Gomera“ gibt es ebenfalls Berichte in UnterWasserWelt.
 
Heute hatte ich die Gelegenheit die „Carbonera“ zu betauchen. Dieser ehemalige Kohlefrachter ist hier nach der „Sirius“ das größte Wrack, mit einer respektablen Länge von 80 m.

Zum Untergang verhalf ihr ein Torpedo im Zweiten Weltkrieg. Die „Carbonera“ erreicht man in nur 20 Minuten mit dem Schlauchboot der Basis „Deep Impact“, welches im Hafen von La Manga seine Ausfahrten startet..

In nordöstliche Richtung an der „Isla Grossa“ vorbei geht die Fahrt. Schnell ist das Wrack geortet und der Anker gesetzt. In die blaue Tiefe abwärts lassen wir uns am Ankerseil abwärts gleiten. In einer Tiefe von 35 m erreichen wir die Aufbauten. Das Wasser ist nicht sehr trübe, aber für eine Grossaufnahme des Wracks langt es nicht. Das Wrack ist vom rosa - weißen Stachelschwamm besetzt. Im Inneren liegt ein großer Schirmkrake und ein Drachenkopf thront majestätisch auf einer Strebe. An Aufbauten kleben Diademseeigel mit ihren langen Stacheln. Hier gibt es viele Fahnenbarsche, aber die Schwärme sind nicht so dicht wie am Wrack der „Turia“ oder „La Gomera“.

Auffällig ist die Größe der Meerbarben, die den Schiffsboden bevölkern. Die interessanteste Entdeckung war aber ein Pärchen von Heringskönigen. Sie schwebten majestätisch durch das Wrack und flohen gemächlich vor meiner Kamera über den Sandboden neben dem Wrack. Hier zeigte mein Computer schon eine Tiefe von 43 m an. Lange konnte ich mich hier nicht aufhalten und mit einer geringen Dekozeit erreichte ich das Ankerseil. Die Sicherheitsflasche die in 3 m Tiefe am Seil befestigt war, habe ich nicht benötigt.

Zwei Stunden später unternahm ich noch einen Entspannungstauchgang beim Tauchplatz „Bajo de Dentro“. Hier gibt es viel Großfisch wie Zackies, Barrakudas und Stachelmakrelen, aber dafür kein Wrack.

 

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