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TUSA ist immer gut für Überraschungen. Mit dem neuen Atemregler RS-350 ist es dem japanischen Hersteller wieder einmal gelungen die
Aufmerksamkeit auf ein Produkt zu lenken, das eine ganze Menge neuer und wirklich innovativer Features aufweist. Modernste Materialien und ausgereifte Technik
verschmelzen zu einem Produkt, das gerade auch jene Taucher anspricht, die häufig auf die Luft und Leihflaschen von Basen oder Safaribooten irgendwo auf dieser Welt
angewiesen sind, deren Betriebsphilosophie von mitteleuropäischen Standards denn doch abweichen.
Doch was ist nun die Revolution im Reglerbau, die einige
weitere Innovationen erst einmal in den Hintergrund verdrängt, nun, es ist ein Filtersystem, das mittels Aktivkohle „unangenehme Gerüche“ – wie in der
Anleitung gesagt wird – neutralisiert und ein weiterer Metallfaserfilter, der kleinste Partikel – bis 100 Mikron – zurückhält. Mit diesem weltweit
einzigen Filtersystem in der zweiten Stufe eines Lungenautomaten verspricht TUSA Atemluft größter Reinheit an den Benutzer zu übergeben. Das ist löblich und
gefällt. Allerdings kann durch diese Filterkombination nicht schlampige Kompressorwartung oder drastische Mängel des Flascheninnenlebens wundersam egalisiert werden.
Aber es optimiert die eingeatmete Luft und hilft dabei Inhaltsstoffe nicht den notwendigen strengen Standards entsprechender Atemluft zu reduzieren.
Mit den
sonst gleichen Features liefert TUSA einen Regler RS-340 ohne das Filtersystem.
Eine Kleinigkeit für die einen, aber eine weitere erfreulichen
Neuentwicklung ist das wiederverwendbare Befestigungsband des Mundstücks. Allgemein ist das ein Kabelbinder, der beim Mundstückwechsel durch ein herstellerspezifisches
Teil ersetzt werden muss. Das ist oft eine Angelegenheit um den Service im Tauchshop in Anspruch zu nehmen. Jetzt kann man es selbst erledigen, von einer ausführlich
bebilderten Anleitung begleitet für jeden durchführbar.
Fast übersähe man eine weitere Neuerung zu erwähnen, das Mundstück selbst, das orthodont geformt besten
Tragekomfort ermöglicht, was sich besonders durch den geringen Kraftaufwand auszeichnet um die zweite Stufe auch bei langen Tauchgängen ermüdungsfrei zu tragen. Das
ist bei Kaltwassertauchgängen besonders deutlich feststellbar, unter Bedingungen also, unter denen der RS-350 getestet wurde. Aber auch bei auf den Taucher wirkenden
Strömungen ist die entspannte Fixierung des Reglers im Mund von großem Vorteil – und - der neu geformte Membrandeckel ist nun auch gegen Strömungsdruck erheblich
unempfindlicher.
Ein weiteres neues Feature ist das Swifelgelenk, das den Mitteldruckschlauch mit der zweiten Stufe verbindet. Mit einem Winkel bis zu 20° lässt
es in alle Richtungen die Korrektur der Schlauchführung zu, außerdem kann die zweite Stufe in der Achse stufenlos gedreht werden. Somit kann der Mitteldruckschlauch
keine Hebelwirkung auf das Mundstück ausüben, ein spürbarer Komfortzuwachs also. Wer möchte, kann den großvolumigen Blasenabweiser leicht am Kinn aufliegen lassen, was
nochmals etwas Gewicht von der ohnehin leicht gebauten zweiten Stufe aus glasfaserverstärktem Polyamid – Kunstharz nimmt. Die Größe des Blasenabweisers ist durch
die Fläche der Ausatemmembran bestimmt, eine wichtige Komponente also für die leichte Gesamtatemarbeit.
Auch das Innere der zweiten Stufe wurde überarbeitet und
zeigt nun erstmals eine komplette Einheit aus allen Teilen, die die Luftlieferung steuern, inkl. dem fest eingestellten Deflektor. Neu ist dabei auch, dass für die
Wartung (im autorisierten Fachbetrieb) keine speziellen Werkzeuge mehr notwendig sind, was für den Kunden geringere Servicekosten bedeutet. Durch die TUSA –
Fluorobeschichtung werden alle beweglichen Teile der zweiten Stufe besonders leichtgängig gehalten, was die Atemarbeit positiv beeinflusst.
Auf den ersten Blick
fällt es nicht auf, aber der Mitteldruckschlauch ist flexibler als bei anderen Modellen, fühlbar weicher. Das neue Material ermöglicht einen größeren Innendurchmesser
des Schlauchs, was zu einer größeren Menge Atemluft führt, die mit einem Mitteldruck von 9,5 bar zugeführt wird. Auch hohe Luftanforderungen werden so reibungslos zur
Verfügung gestellt.
Die erste Stufe ist balanciert membrangesteuert und mit einer schützenden Kunststoffhülle umgeben. Für Mitteldruckbedarf stehen 4 Abgänge
zur Verfügung, für Hochdruck weitere zwei. Der Raum zwischen den Abgängen ist groß genug um Schläuche mit den unbedingt empfehlenswerten Knickschutzhülsen ausgestattet
anzuschließen. Das DIN – Handrad ist griffig, der O-Ring zum Flaschenventil sitzt sicher in einer tief gestochenen Nut. Mit dem DIN – Anschluss kann der
Regler bis 300 bar Flaschendruck verwendet werden, mit INT – Bügel bis 230 bar. Von Haus aus nach EN 250 getestet ist der RS-350 uneingeschränkt
kaltwassertauglich.
Im Einsatz
Wie die meisten Testregler der Redaktion UnterWasserWelt kommt auch der RS-350 in einem kalten Bergsee in die
praktische Erprobung. Der Anschluss ans DIN – Ventil geht flott, das Gewinde greift direkt und sauber. Der Sitz der zweiten Stufe ist angenehm und durch das
Swifelgelenk entsteht keinerlei Hebelwirkung des Mitteldruckschlauchs. Das Mundstück trägt sich angenehm, auch nach längerem Kaltwasseraufenthalt sind die Lippen nicht
überfordert, was man beim probeweisen Tausch des RS-250 zum Oktopus deutlich feststellt. Die subjektive Bewertung der Atemarbeit, auch bei provozierter hoher
Luftanforderung, ist tadellos. Auch mit dicken Handschuhen lässt sich die Luftdusche gut bedienen.
Fazit
Natürlich nicht nur für Taucher an weltweit verstreuten Basen oder auf Safaribooten mit deren eigener Interpretation von Atemluftqualität zahlt
sich das neuartige Filtersystem aus. Im Grund sollte jeder den höchsten Anspruch an seine Atemluft haben und entsprechend realisieren. Aber auch das Swifelgelenk, das
neue Mundstück mit wiederverwendbarem Halteband, die Servicefreundlichkeit und natürlich die Atemleistung, um nur ein paar Features aufzuzählen, machen den RS-350 von
TUSA zu einem bemerkenswerten Spitzenprodukt, das man gerne taucht.
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