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Das Ruhrgebiet oder der (Kohlen)Pott mit seinem mittlerweile überholten Ruf als dunkler und dunstglockenverhangener Landstrich, gilt
immer noch als weniger bevorzugte Urlaubsregion. Hier in der Wiege des Wirtschaftswunders, in dessen Einzugsgebiet von rund 100 km² etwa 18 Millionen Menschen leben
ist der wirtschaftliche Strukturwandel mit am deutlichsten spürbar. Wirtschaftlich setzt man neben der Montanindustrie, die nach wie vor große Mengen des
weltweiten Stahlbedarfs erzeugt, auf den Tourismus. Das Ruhrgebiet putzt sich raus.
Seit Beginn der Industrialisierung regierten hier die rauchenden
Schlote von Hochöfen und Stahlwerken. Durch die hier abgebaute Steinkohle konnte wirtschaftlich Eisenerz in Hochöfen erzeugt werden um es dann in Stahlwerken zu
Baustahl, Walzblechen und Edelstahl weiter zu verarbeiten. Heute kennt man Kohle mehr aus den Diskussionen um die Subventionen für die wenigen noch verbliebenen
Kohlegruben, die jedoch bereits weit an die Grenzen des Kohlenpotts abgezogen sind. Die Kohle ist erschöpft im Ruhrgebiet, die Hochöfen alt, marode, unwirtschaftlich
und stillgelegt. Der wirtschaftliche Lebensnerv einer Region mit seinen Millionen von Einwohnern wurde dadurch schwer getroffen. Heute wird Eisen und Stahl in
hochmodernen Eisenhütten mit wesentlich weniger Arbeitskraft erzeugt. Nebeneffekt der modernen Anlagen, in denen Roheisen direkt vom Hochofen zu Eisen, Walzblech und
Edelstahl weiterverarbeitet wird ist eine Umweltqualität, wie sie in manchen anderen Großstätten kaum zu finden ist. Ausgedehnte Grünflächen, Wälder und
Erholungsgebiete sorgen für einen Ausgleich für die hohe Autobahndichte. Vom einst rußverhangenem Ruhrgebiet ist keine Spur mehr zu finden.
Im Landschaftpark
Duisburg-Nord wurde eine eher kleine Eisenhütte unter Denkmalschutz gelegt. Nach 84 Jahren Betriebszeit wurde die Hütte 1985 stillgelegt. Damit endete in Duisburg -
Meiderich das Kapitel der Eisenherstellung. Stattdessen wurde ein Park aus Stahl und Eisen eröffnet. Eine Industrielandschaft, die sich im Sommer im satten Grün in
eine Oase verwandelt. Der Landschaftspark - Nord verbindet auf 200 Hektar Natur und Kultur. Die mächtigen Hochofentürme ragen als Zeugen großer Industriegeschichte in
den Himmel. In den weiten Hallen finden Produktpräsentationen, Musik Events und Theatervorstellungen statt. Im Vorraum des Hochofens befindet sich Deutschlands größtes
Open - Air Kino. Wo in 84-jähriger Betriebszeit mehr als 57 Millionen Tonnen Eisen aus Erz erschmolzen wurden, entstand mit Unterstützung der Europäischen Union ein
neuer Erlebnisraum. Das nächtlich bunt angestrahlte Eisenwerk lockt nicht nur Heerscharen an Fotografen in das Gelände. Die bizarre Schönheit der Industrieruine lockt
sportlich Aktive und kulturell Interessierte gleichermaßen an und zieht sie in ihren Bann. Neben unzähligen Radwegen und einem der größten Kletterwände Europas
steht hier ein einzigartiges Tauchbecken zur Erkundung bereit. Das ehemalige Gasometer wurde in ein unvergleichliches Taucherlebnisbecken umfunktioniert. Hier wurde
einst dem anfallenden Gas der Hochöfen die Wärme entzogen. Jetzt besticht es mit 13 m Tiefe und rund 21.000 m³ Wasser durch seine bemerkenswerte künstliche
Tauchlandschaft. Vor der Flutung des Gasometers wurde erhebliche Umbaumaßnahmen durchgeführt. Ein Röhrensystem mit 2,5 m Durchmesser steht für die
Höhlentauchausbildung zur Verfügung. Ein 11 m hoher Schilderwald zeigt, was es so alles an Verboten auf Deutschlands Straßen gibt. Hineingebaut wurde auch ein kleine
Rifflandschaft, zwei Autos wurden versenkt und natürlich – wie könnte es auch anders sein – es wurde ein Schiffswrack hineingelegt. Hier steht auch die
Maus (von der Sendung). Allerlei Kleinigkeiten sind weiterhin zu entdecken. Seit 2003 hat ein gestrandetes Flugzeug auf dem Tauchgrund seinen letzten Landeplatz
gefunden. Ein Tauchgang im Tauchtopf von 45 m Durchmesser dauert etwa eine Stunde. Die Wassertemperaturen folgen mit etwas Zeitversatz den Außentemperaturen. So
sind im Sommer 25° C keine Seltenheit, im Winter dafür dann aber auch schon mal 5° C als normal anzusehen. Sommerliche Algenblüte im Sommer ist hier kein Thema. Das
Gasometer ist ein gegen Sonnenlicht hermetisch abgeschlossener Stahltopf. Dementsprechend ist der Tauchgang von Dunkelheit geprägt. Die im Wasser installierten Objekte
sind mit Lichtanlagen erleuchtet. So ist das Mitführen einer Lampe nicht zwingend erforderlich. Fotografisch ist das Gasometer hoch interessant und schwierig
zugleich. Die fehlende Helligkeit im Hintergrund reduziert die Aufnahmen auf das eigentliche Fotomotiv. Das führt bei den Großobjekten dazu, dass sie direkt durch den
schwarzen Hintergrund abgegrenzt werden. Um als UW-Fotograf gute Bilder zu produzieren, muss man mit künstlichen Licht gut umgehen können. Vielleicht wäre es einmal
ein Tauchplatz für die VDST PowerDays, aber nichts für Monoblitzer. Drei bis vier Blitzgeräte sind schon erforderlich um ein Mindestmaß an Struktur in das Bild zu
bekommen. Die Sicht ist für Süßwasserverhältnisse gut. Der aufgeschüttete Kiesboden hält eine Verschlammung erfolgreich zurück. Regelmäßig wird mit einem
Staubsauger der Boden abgesaugt, so dass die Gesamtmenge der Schwebteilchen konstant gering gehalten werden kann.
Eintrittspreise
Tageskarte - non limit - inkl. Umkleide und Duschen € 26,00
weitere Infos unter www.tauchrevier-gasometer.de
Für die Unterbringung kooperiert das Tauchrevier - Gasometer mit dem Steigenberger Hotel in Duisburg und dem Tryp Hotel in Oberhausen.
Weitere Infos und Preise unter www.hotel-duisburg-city.de
Fazit:
Entspannung aus
einer Mischung von einzigartigem künstlichen Tauchziel. leiblichen Wohl und kulturellem Genuss hätten wir nicht auf Anhieb im Ruhrgebiet gesucht. Gefunden haben wir
eine attraktive Kombination aus allen die Sinne berührenden Komponenten in angenehmer Atmosphäre. Dieses Gesamterlebnis sollte man sich einmal gönnen.
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