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Im September 2001 erschien als GEO – Buch im Verlag Fredeking und Thaler der üppige Bildband „Im Tal der Könige“ – von
Grabkunst und Totenkult der ägyptischen Herrscher. Vielleicht fragt sich der eine oder andere Leser, wieso ein kunst- und kulturgeschichtliches Werk in einem
Tauchmagazin vorgestellt wird. Die Antwort ist einfach, jährlich besuchen viele Tausende deutscher Tauchsportler das Rote Meer, machen auch einen Abstecher zu den
eindrucksvollen Monumenten der ägyptischen Vergangenheit, lassen sich von den besuchten Orten verzaubern. Nur wenige Stunden Autofahrt durch die bergige
Wüstenlandschaft westlich von Hurghada trennen den Urlaubsort vom sagenumwobenen Tal der Könige. Jetzt ist im vorgestellten Bildband ein aufwendig gestaltetes und
hervorragend fotografiertes Werk in den Buchhandel gekommen, der die Blütezeit Ägyptens unvergleichlich plastisch nahe bringt und deutlich macht, dass Tauchen allein
nicht zu den Höhepunkten eines Aufenthalts dort zu zählen ist.
Natürlich reicht der Bildband „Im Tal der Könige“ weit über die Kompetenz der üblichen
Reiseführer hinaus, die man vor Ort zur ersten Orientierung verwendet. Dieses Buch dient der Vorbereitung und genussvollen Nachlese eines Besuchs der beeindruckenden
Stätten, die wohl jeden in ihren Bann ziehen, die sich die Zeit nehmen, wenigstens einen Tag das Tauchgerödel in der Basis zu lassen um das andere Ägypten kennen zu
lernen.
So beschreibt der Verlag das Werk, dem soweit nichts hinzuzufügen ist: Kein anderer Fotograf hat die immer noch überwältigenden Relikte der
versunkenen Königreiche Ägyptens, die flammende Pracht von Malereien und Kunstschätzen in den Grabkammern der Pharaonen jemals so plastisch vorgestellt wie Araldo de
Luca. Seine extra für diesen Bildband gefertigten Aufnahmen, von bedeutenden Experten kundig erläutert, lassen eine versunkene, geheimnisvolle Welt greifbar nah
erscheinen. In grandioser Naturszenerie, den Bergen Thebens und der sie rings umgebenden Wüste, wurden einst heilige Stätten und Grabbauten von unvergleichlicher
Schönheit errichtet, die schon in der Antike Besucher anlockten. Diese Tempelanlagen sollten das Andenken an Könige und Königinnen verewigen, etwa an Ramses, Amenhotep
oder die faszinierende Hatshepsut. Archäologische Ausgrabungen haben auch die Wunderwerke innerhalb der Grabkammern - und der Nekropolen von ranghohen Persönlichkeiten
am Hofe der Pharaonen - wieder zugänglich gemacht. Die Entzifferung der Hieroglyphen und Symbole auf den Wandgemälden vertieften das Verständnis der altägyptischen
Geschichte, die durch Araldo de Lucas atemberaubende Fotografien und die Begleittexte führender Ägyptologen schillernd lebendig wird.
Dank der Unterstützung der
durch die zuständigen ägyptischen Behörden war es zudem erstmals möglich, die Kunstwerke in den Grabkammern am Westufer Thebens ohne Beschränkungen zu fotografieren.
Diese Bilder hat die Öffentlichkeit nie zuvor gesehen. Die eindrucksvollen Luftaufnahmen zeigen das Terrain der verschiedenen Anlagen im heutigen Erscheinungsbild,
aufwendige Karten und rekonstruktive Zeichnungen machen die ehemalige Pracht wieder sichtbar.
Im Original erschien das Buch in englischer Sprache,
herausgegeben von Kent R. Weeks und wurde von Frank Auerbach, Hans-Joachim Maass sowie Walter Spiegl ins Deutsche übertragen. Die Texte sind in leicht fließender
Sprache verfasst, sprechen also jeden Leser an. Auf 434 Seiten verteilen sich 739 Abbildungen, 50 Karten und Lagepläne, dazu 5 Tafeln zum Ausklappen. Was hier zum
Thema nicht gefunden wird, dürfte auch in anderen Publikationen fehlen.
Fazit
Nicht nur die ägyptische Küste des Rote Meer ist für Taucher eine
Reise wert. Wer sich nie die Zeit nahm ägyptische Kultur und Geschichte an den Grablegen der Pharaonen und den imposanten Tempelanlagen selbst einmal auf sich wirken
zu lassen, hat das wichtigste im Land versäumt. Der Bildband „Im Tal der Könige“ stimmt auf den Besuch ein, vermittelt umfassendes Hintergrundwissen und erinnert
nach dem Besuch vor Ort an viele beeindruckenden Augenblicke, die man selbst nie so gut fotografieren könnte.
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