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Mit der Sealife DC 500 hat das auf Unterwasser – Kamerasysteme spezialisierte US-Unternehmen Reefmaster in seiner Leistungsfähigkeit wieder Anschluss an
den Wettbewerb gewonnen, gönnt es nun der Kameraelektronik 5 Millionen Pixel zur Bildaufzeichnung. Auch spezielle Unterwasser – Belichtungsmodi wurden in die
Kamerasoftware programmiert. Druckfest bis 60 Meter und mit einigem Zubehör ausbaufähig kann das System mit den Ansprüchen des Anwenders mitwachsen. Peter Schinck
befasste sich ausführlich mit der DC 500.
Die im silbernen Kunststoffmantel verpackte Kamera aus chinesischer Fertigung ist ausgesprochen kompakt und
erinnert in ihren Abmessungen exakt an unter dem Label „Pixtreme“ vertriebene Kameramodelle, deren Wiege wohl im gleichen Werk steht. Auffällig, man hat bei der
Sealife 500 DC auf einen optischen Sucher verzichtet und setzt ausschließlich auf den Monitor mit einer Bilddiagonale von 5 cm. Mit dieser Bildgröße befindet sie sich
in bester Gesellschaft mit vielen gängigen Kompaktkameras gehobener Klasse am Markt. Hoch anzurechnen ist die Größe der Piktogramme im Display, die deutlich und
markant sichtbar sind und auch leicht lesebrillenpflichtige Anwender nicht im Regen stehen lassen. Andererseits wird die Beschriftung der rückwärtigen Tasten durch
Reflexe eingeschränkt, man kann nur unter bestimmten Lichteinfallswinkeln deren Funktionsgrafik erkennen. Die Bedienung der Tasten erfolgt vorzugsweise mit den
Fingerspitzen oder den Fingernägeln, die Miniaturisierung fordert hier vergleichbare Opfer wie bei modernen Mobiltelefonen, die man am besten mit einer Häkelnadel zum
Verbindungsaufbau überredet. Doch was an der Kamera im Trockeneinsatz zunächst stören mag, egalisiert zum Teil deren Einsatz im Gehäuse, da hier die Funktionstasten
deutlicher markiert und nicht so filigran zu bedienen sind. Das System ist ausgeklügelt, für die Übertragung der Bilddaten aus dem internen Speicher (10 MB) oder
von einer optionalen SD –Speicherkarte sowie zur Verkoppelung mit einem TV-Schirm oder mit dem Ladegerät dient eine Dockingstation, in die die Kamera
eingeschoben wird und so mit einem einzigen Steckanschluss alle Verbindungen hergestellt werden. Das macht Sinn, denn die auf absolute Miniaturisierung getrimmte
Kamera böte nicht genügend Fläche um drei robuste Steckanschlüsse zu integrieren. Das der Testkamera beigefügte, sich automatisch anpassende Ladegerät hatte im
Original einen US –Norm – Stecker, dazu drei weitere Adapter, keiner davon aber für deutsche Netzanschlüsse passend. So musste an der Testdestination in
Ägypten ein provisorischer Adapter zurechtgebogen werden um das gute Stück in Betrieb nehmen zu können. Bei der endgültig in Deutschland ausgelieferten Version wird
dieses Manko nicht mehr zu diskutieren sein, denn unsere Testkamera erreichte uns gerade eine halbe Stunde vor Abfahrt zum Flughafen, taufrisch vom Importeur Seemann
Sub. Um mit der Sealife 500 DC arbeiten zu können, muss zunächst der beigefügte 3,7 V Lithium – Ionen Akku in die Kamera eingeschoben und geladen werden. Der
Akku findet hinter der gleichen Öffnung Platz in der Kamera, in der auch der Schacht für die optionale SD-Speicherkarte platziert ist. Doch aufgepasst: Der Akku wird
in der Kamera durch keine Sicherung (Raste oder ähnliches) gehalten, öffnet man den Gehäusedeckel und hat dabei die Kamera zum Boden hin geneigt, saust das kleine
Energiepäckchen munter gen Erdmittelpunkt. Landet es dann weich „nur“ im Sand, kann man sich fast glücklich schätzen, prallt es auf einen Betonboden oder in eine
Salzwasserpfütze in der Tauchbasis, dann sind die möglichen Folgen schon ernsterer Natur. Wir meinen, hier hat man ein wenig zu sehr gespart. Doch das kleine Ding hat
noch eine weitere Eigenart, seine Form lässt zu, dass es in drei Positionen verkehrt eingesetzt werden kann, die Pole des Akkus haben dann keinen Kontakt und die
Kamera bekommt keinen Strom. Hat man auf eine Funktionsprobe verzichtet, bemerkt man den Fehler erst nach dem Abtauchen und dann kann man nur noch hoffen, dass nicht
die Motive des Jahres aus dem Meeresblau auftauchen. Wir empfehlen mit einem wasserfesten roten Filzstift einen deutlich sichtbaren Pfeil auf den Akku zu zeichnen, der
die richtige Position beim Einschieben verdeutlicht. Die werkseitig vorgegeben Beschriftungen können unter schlechten Lichtverhältnissen oder wenn man abgelenkt ist
leicht übersehen werden. Der Hersteller gibt an, dass bis zu 200 Aufnahmen von einer Akkuladung versorgt werden können. Wenn sich der Akku nach einigen Ladezyklen
formiert hat, kann diese Menge durchaus erreicht werden, allerdings ohne Blitzzuschaltung und unter moderatem Gebrauch der Zoomfunktion oder dem Durchblättern des
Bildspeichers. Unsere Testdurchläufe unter Wasser erlaubten 80 Aufnahmen in höchster Auflösung mit vorwiegendem Blitzeinsatz. Auch über die Ladezeit schweigt sich die
Anleitung aus. In unserem Praxistest genügte die Pause zwischen zwei Tauchgängen zur Aufladung aus. Die Software der 500 DC steuert die gängigen automatisch
arbeitenden Belichtungsmodi über Wasser wie Programmautomatik, Nacht-, Sport-, Makro-, Portrait-, Landschaft- und Gegenlichtmodus. Blenden- oder Zeitautomatik manuell
einzustellen ist nicht möglich. Belichtungskorrekturen Plus und Minus können gewählt werden, automatische Empfindlichkeitseinstellung oder manuell auf 100 bzw. 200 ISO
/ ASA ist möglich, ebenso die Wahl voreingestellter Weißabgleichswerte oder eines manuellen Weißabgleichs. Der Blitz lässt sich dauerhaft zuschalten, automatisch
aktivieren, mit Vorblitz (gegen rote Augen) zünden oder an einen externen digitalen Sealife – Blitz synchronisieren (mit fiberoptischer Kabelverbindung). Als
Bildauflösung können 4 Werte von 640x480 Pixel bis 2580x1920 Pixel gewählt werden, unterteilt in die Qualitätsstufen normal, fein und superfein. Wie immer empfehlen
wir die Stufe geringster JPEG - Kompression von 2048x1538 in der Qualität superfein, da hier ein vernünftiger Kompromiss zwischen Auflösung (Dateigröße) und Zeitdauer
der Bildspeicherung getroffen wird. Die höchste, unkomprimierte Bildaufzeichnung im TIF - Format fordert bei Kompaktkameras doch einige Wartezeit zwischen den
Aufnahmen ab. Um genügend Speicherkapazität zur Verfügung zu haben, sollte man eine optional erhältliche SD – Speicherkarte mit 512 MB Fassungsvermögen
einlegen. Das reicht ambitionierten UW – Fotografen gut und gerne für zwei Tauchgänge. Optisch ist die Kamera mit einem Dreifachzoom ausgestattet, die Nutzung
der weiteren digitalen Zoomfunktion ist nicht empfehlenswert, da hier nur Ausschnitte des Bildes auf dem Chip interpoliert werden, was zu einer deutlichen
Qualitätsminderung führt. Ab 6 cm kann man im Makromodus, kombiniert mit der Weitwinkeleinstellung am Objektiv die Bilder vom Autofocus scharf einstellen lassen,
allerdings ist dann der interne Kamerablitz funktionslos, auch weil der nah am Objektiv positionierte Blitz das Motiv nicht ausleuchten könnte. Anders jedoch beim „Sea
– Modus“, hier arbeitet der interne Blitz auch im extremen Nahbereich – und leuchtet dann – je näher man dem Motiv zu Leibe rückt – nur
noch teilweise aus. So richtig hat man die Blitzbelichtung im wirklichen Nahbereich nicht im Griff, denn der externe Blitz soll Motive nicht näher als 100 cm entfernt
beleuchten, der interne sieht seine Grenze bei 60 cm.** Wer also sein Herz den Motiven im
Nah- und Makrobereich verschrieben hat, sollte besser über ein am Markt erhältliches Fotolicht für digitale Kameras nachdenken, dann sind auch diese Motive problemlos
beherrschbar. Zwei spezielle UW-Modi, auch Seamodus genannt, sollen UW-Aufnahmen verbessern. Der normale „Sea – Modus“ erlaubt als längste
Belichtungszeit 1/60 Sekunde, um Verwackelungsunschärfen zu vermeiden und es wird unserer Feststellung nach ein höherer Rotanteil künstlich zugefiltert, was bei
Zuschaltung des internen Blitzes sichtbar wurde. So recht möchte man sich in der Anleitung von Reefmaster nicht outen, was nun tatsächlich das so einzigartige
Erfolgsrezept des „Sea – Modus“ sei. So spricht man lapidar von 4 Jahren praktischer Forschung und einem urheberrechtlichen Schutz dieser Funktion.
Vielleicht ein wenig zu viel Understatement an dieser Stelle, denn nur wenn man weiß, was eine bestimmte Funktion tatsächlich alles bewirkt, kann man sie auch rundum
bewusst einsetzen.
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Anmerkung von Peter Krapf / Seemann Sub:
Im „externen Blitz“- Modus ist die Aufnahme mit dem externen Blitzgerät im Nahbereich unter 1m sehr wohl möglich, es ist dazu kein Fotolicht oder dergleichen von Nöten. Hierzu ist im Blitzmenu der Kamera (nur bei Ext. Blitz) auf Makroblitz einzustellen. Die Kamera ändert dann die voreingestellte Belichtung entsprechend des sich sehr nahe am Objekt befindlichen Blitz ab und eine Überbelichtung wird weitestgehend vermieden. (Anleitung Seite 37).
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