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Mittlerweile bietet das US – Unternehmen SeaLife eine Reihe von interessanten Ausstattungsmerkmalen bei seinen speziell für den
Unterwassereinsatz konzipierten Digitalkameras, so dass man sogar beim Sea&Sea – Imperium ein paar Schlafstörungen bekommen könnte. Die DC 600, kombiniert
mit dem externen Blitz SL960D, hat das Zeug auch engagierte Einsteiger zu begeistern, bietet unter anderem ein Weitwinkelvorsatz, der unter Wasser aufgesetzt werden
kann, Möglichkeiten, um die man in der Kompaktklasse selbst von Kunden der großen Anbieter, die lediglich eine tauchfeste Hülle für ihre Westentaschen –
Digitalkameras offerieren, unverhohlen beneidet wird.
Erreicht ein neues Kameramodell unsere Redaktion, wird sofort gehandelt, denn der Testreport soll
zeitnah erscheinen und so wartet man bei UnterWasserWelt nicht erst auf den nächsten Karibiktrip um im schmeichelnden Ambiente Bildmaterial zu produzieren. So
erwischte es auch die DC 600 von SeaLife im externen Gehäuse, zusammen mit dem Digitalblitz SL960D eiskalt, denn statt bunter Schwämme und Korallen galt es Motive in
unterkühlter und schwebstoffreicher Umgebung brauchbar einzufangen. Was unter solchen Bedingungen funktioniert, zaubert bei einigermaßen begabten Fotografinnen und
Fotografen in den Tropen ein schönes Bild nach dem anderen. Ohne allem vorgreifen zu wollen, die DC 600 machte gar keine schlechte Figur, vor allem, weil der
externe Blitz, im Zusammenspiel mit dem Weitwinkelvorsatz, das Ausgleichen konnte, was vielen Kompaktkameras im UW-Gehäuse versagt bleibt, die nur mit dem integrierten
Blitz die Schwebeteilchen anstrahlen können und die Brennweite des Objektivs dank der Planscheibe vor der Linse zum leichten Tele mutiert Aus diesem klaren Vorwort
lässt sich zweifelsfrei ableiten, dass das SeaLife DC 600 – System erst mit Blitz, Weitwinkel und Nahlinse eine Vielzahl von Motiven unter Wasser so abzubilden
erlaubt, dass sie technisch und qualitativ deutlich über dem stehen, was Kompaktkameras, die lediglich in ein Gehäuse eingesetzt werden, leisten können. Wer schon
mit einer digitalen Kompaktkamera auf Bilderpirsch unter Wasser geht sollte zumindest den Absatz über das Blitzgerät SL960D durchlesen, denn mit Hilfe der
Blitzsynchronisation über ein Lichtleiterkabel können Kameras von Canon, Olympus, Sony, Nikon, Fuji, Minolta, Casio oder Pentax wirkungsvoll aufgerüstet werden.
Die Kamera
Mit 6,1 Millionen Pixel schwimmt die SeaLife in der gehobenen Klasse des Wettbewerbs mit. Klein und leicht passt sie wirklich in jede
Westentasche und begleitet fotografisch nicht nur Tauchgänge. Dass ihr Zuhause nicht nur unter den Wellen liegt zeigen allein 12 Belichtungsprogramme, die für die
jeweilige Aufnahmesituation optimiert sind. Neben der Vollautomatikfunktion, die die Belichtungszeit, Blende und Empfindlichkeit je nach vorhandener Lichtmenge so
regelt, dass man bei einer Vielzahl von Standardmotiven zu einem befriedigendem Ergebnis kommt, können 12 Spezialprogramme aufgerufen werden, die optimierte
Belichtungsfunktionen versprechen. Sonnenuntergänge oder Kerzenlicht, Sportaufnahmen, Makro oder Portraits – um nur einige zu nennen – sind Beispiele für
diese technische Ausstattung. Drei Unterwassermodi ergänzen die Auswahl mit Einstellungen für externen Blitz, den Sea- und den Spymodus. Warum SeaLife den Spymodus
vordergründig zu den Unterwasserextras zählt, ist unklar, denn mit dieser Einstellung können Sie generell Intervallaufnahmen steuern, die die Kamera selbständig
durchführt. Im Sekundentakt oder auch erst nach Stunden werden einzelne Fotos aufgenommen, was über und unter Wasser seinen Reiz hat. Stellen Sie die DC 600 etwa nahe
einem Feld mit bekanntlich scheuen Sandaalen auf und lassen die Kamera im Intervall von 5 Sekunden Fotos machen, werden Sie zu hautnahen Ergebnissen kommen, um die man
Sie beneiden wird. Der Sea – Modus beeinflusst den Weißabgleich, sprich, es wird der Verlust der Farbe Rot durch einen elektronischen Filter ausgeglichen. Das
funktioniert recht ordentlich im Meer – oder allgemein in gutsichtigen Gewässern mit blauer Farbtendenz, vorausgesetzt die Tauchtiefe liegt nicht unter 5 Metern
und es scheint die Sonne. Dann kann man mit den besten Ergebnissen rechnen können. Unterhalb von 20 Metern verliert diese Filterwirkung, wie auch bei den manuell vor
die Objektive gesetzten Orangefiltern, ihre Bedeutung. Lobenswert, wird mit Blitz fotografiert, wird für diese Aufnahmen der Sea – Modus während der Belichtung
abgeschaltet, um einen rötlichen Farbstich der Aufnahmen zu vermeiden. Der Chip in der SeaLife DC 600 ist technisch höherwertig als bei ihrer kleinen Schwester Mini
SL 320, er ist gegen Streulicht unempfindlicher, was insgesamt zu besseren Ergebnissen führt. Die Schärfe regelt ein Autofocus, in Weitwinkelstellung ab 0,5 Meter
scharf stellend, im Telemodus des optischen dreifach – Zooms ab 3,5 Meter. Die Blendenöffnung beginnt bei 2,8 und wird bis Blende 6 (lt. Exif – Daten) von
der Automatik gesteuert. Mit 5,5 – 16 mm Brennweite liegt die DC 600 im Trend des Wettbewerbs, wobei uns für die Unterwasserfotografie in erster Linie die
kürzeste Brennweite interessiert. Übertragen auf Kleinbildkameras liegt diese bei etwa 38 mm, hinter dem Planglas des Gehäuses folglich bei 50 mm, zu lang also, um
eine Vielzahl von klassischen UW-Motiven von Gelegenheitsfotografen bedienen zu können. Zur (indirekten) Belichtungssteuerung bleiben nur zwei Funktionen, die
Plus/Minus – Korrektur und die manuelle Auswahl der Empfindlichkeit. Belichten Sie ohne Blitz unter Wasser, so kann es ratsam sein die Belichtungskorrektur bis
auf einen Wert von – 1,0 zu verändern, da die Lichtverhältnisse in der Tiefe allgemein die Belichtungsautomatik täuschen. Die Bilddaten können auf einen
internen Speicher mit marginalen 10 MB aufgezeichnet werden, besser natürlich die Verwendung einer externen SD-Card. Diese Speichermedien sind auch die günstigsten,
die es im mittlerweile 19 Variationen umfassenden Speicherkarten – Konfusion gibt. Eine SD-Card mit 1 GB ist die geräumigste verdauliche Variation, die die DC
600 akzeptiert. Bei größter und bester Aufzeichnungsqualität können gut 300 Bilder auf den Chip abgelegt werden. Die Bild- und Funktionskontrolle übernimmt ein 2,5
Zoll TFT – Monitor. Die Symbole zur Anzeige der Kamerafunktionen sind deutlich dargestellt. Man kann sogar eine Tonwertskala einblenden, die für erfahrene
Fotografen die Überprüfung ermöglicht, ob ein Bild korrekt belichtet wird. Die DC 600 versorgt ein kleiner Lithium – Akku, wie er auch in Mobiltelefonen
verwendet wird, mit Energie. Bis zu 100 Aufnahmen soll er ermöglichen oder 1.5 Stunden Betrieb der Kamera, etwa zur Ansicht der gespeicherten Bilder und Videos. Beim
Einsatz in kaltem Wasser, wie beim aktuellen Test, ließ sich der Akku pro Tauchgang gerade mal zu 36 Belichtungen hinreißen, bei denen etwa 20 Mal der Blitz ausgelöst
wurde. Wenn man darauf vorbereitet ist, kein Problem. Abgesehen davon gab es zur guten alten Analogzeit auch nicht mehr als 36 Aufnahmen, dann war der Film voll.
Das Gehäuse
Auf den ersten Blick meint man die SL 320 vor sich zu haben, die Unterschiede zum Erscheinungsbild der kleinen SeaLife Reemaster
Amphibienkamera sind kaum wahrnehmbar. Die gleiche Gummiarmierung schützt das Gehäuse und macht die darin verstaute Kamera zu einem robusten Bildwerkzeug. Jedoch,
neben dem Auslöser findet sich auf der Oberseite nun zusätzlich der Hauptschalter für die Kameraaktivierung und ein Zubehörschuh bietet seine Dienste an, wenngleich er
von einem Gummieinschub zunächst getarnt ist. Das teleskopartig ausfahrende Objektiv der Kamera findet im Fronttubus seinen Platz, der für die Adaption des
Weitwinkelvorsatz und der Nahlinsen präpariert ist. Großen Wert legt man beim Hersteller darauf hinzuweisen, dass das Planglas im Port optische Qualität hat und
mehrfach vergütet ist, um die Abbildungsleistung zu erhöhen. Und das sagen wir gerne, dann darauf verzichtet man im Wettbewerb allgemein. Gehen wir davon aus, dass
der integrierte Kamerablitz keine akzeptable Funktion unter Wasser hat und die Aufrüstung auf den externen Blitz SL960D nur eine Frage der Zeit ist, sei zu erwähnen,
dass der Adapterring zur Anbringung des Lichtleiters, der den externen Blitz steuert, am Objektivport nur einen einzigen Handgriff erfordert. Die gefederten
Durchführungen am Gehäuse treffen auf 11 Funktionstasten der Kamera und erlauben alle fotorelevanten Steuerungen durchzuführen. Einzig die Umschaltung vom Foto- auf
den Video ist nun nicht direkt möglich, über den Umweg eines vorgwählten UW - Modus jedoch machbar.. Ein breiter O-Ring dichtet den Rückdeckel, ein bewährter
Verschlussmechanismus hält die beiden Gehäusehälften zusammen.
Der Blitz
Speziell für die Verwendung als Blitz für Digitalkameras ohne
Synchronanschluss wurde der SL960D entwickelt. In unterschiedlichen Konfigurationen wird er auch von anderen Labels im Zusammenspiel mit deren einfachen UW
- Kompaktkameras angeboten, jedoch nicht mit dem Belichtungserfolg, wie er unter schwierigen Verhältnissen von uns festgestellt werden konnte. Um den externen
Blitz zuverlässig zu zünden, muss zunächst die Menge der Vorblitze eingestellt werden, die eine Kamera zur Ermittlung der Leistungsabgabe des integrierten Blitzgeräts
benötigt. Im Fall der DC 600 sind 2 Vorblitze zu berücksichtigen und entsprechend an einem Schieberegler im inneren des Blitzkopfs, neben dem Batteriefach,
einzustellen. Die Skala der berücksichtigten Vorblitze reicht von 0 bis 4, so dass man den SL960D auf eine Vielzahl von kompakten Digitalkameras im UW-Gehäuse anpassen
kann. Mit 4 Mignonzellen AA (1,5V) soll man bis zu 100 Blitze auslösen können. Die Blitzfolge liegt bei etwa 6 Sekunden, Serienaufnahmen sind damit nicht möglich.
Um die Blitzbelichtung wirklich korrekt abzustimmen, hat man an der Rückseite des Blitzkopfs einen Drehregler eingesetzt, der die Lichtleistung stufenlos von
minimal bis maximal einzustellen erlaubt. Mit etwas Übung findet man für die unterschiedlichen Motiventfernungen die richtige manuelle Einstellung heraus, die man
jederzeit über den Kameramonitor überprüfen kann. Wer hier einzig mit Fehlbelichtungen aus dem Wasser kommt, der hat sich nicht die Mühe gemacht, die Blitzleistung
anhand der Bildkontrolle zu optimieren. Ohne Diffusor – Vorsatz soll der SL960D unter Wasser bis 2,5 Meter Lichtweg wirksam sein, für Nahaufnahmen sollte man
dagegen die Streuscheibe vorsetzen, um die Lichtleistung über das einzustellende Minimum noch weiter zu reduzieren. Problemlos lässt sich das Lichtleiterkabel zur
Auslösung des Blitz am Kameragehäuse platzieren, die Blitzimpulsübermittlung via optische Verbindung ist wirklich kinderleicht. Der gummierte und flexible Blitzarm
ist ausreichend lang um auch in trübstoffreichen Gewässern den Blitz weitmöglichst aus der Objektivachse zu nehmen.
Zubehör
Über den Blitz haben
wir schon in warmen Worten gesprochen, um das gute Stück am UW-Gehäuse anzubringen benötigt man eine Kameraschiene, die mit dem Blitz ausgeliefert wird. Daran
befestigt man am besten den Zubehörhalter, der den optionalen Weitwinkelvorsatz aufnimmt, solange dieser nicht benötigt wird. Dass Sie ihn brauchen, haben wir schon
deutlich gesagt, denn er reduziert die Brennweite des Objektivs so weit, dass sie mit einem Weitwinkel von 24 mm unter Wasser fotografieren können. Das kann sich
wirklich sehen lassen. Für viele liegt der Reiz der Lebensräume unter Wasser im Nahbereich. SeaLife bietet dafür extra unterschiedliche Nahlinsen an, die den Nah-
und Makrobereich zu erobern erlauben. Auch das ist vorbildlich, denn darüber macht sich der Wettbewerb kaum Gedanken. Um die Motive im extremen Nahbereich ordentlich
beleuchten zu können – und da schließt sich der Kreis – benötigen Sie den Blitz SL960D. Der integrierte Blitz würde zum einen nicht mehr die gesamte
Bildfläche ausleuchten, zum anderen wäre er auf so kurze Motivdistanz viel zu stark und würde nur Überbelichtungen produzieren.
Praxis
Man muss
nicht zu den Freaks gehören um die Kamera im Gehäuse einzusetzen. Gehäuseverriegelung lösen, Rückdeckel aufklappen, O-Ring und Dichtsitz auf Sauberkeit prüfen, Kamera
einlegen, Deckel zu. Mittels der Durchführungen können Sie nun alle Fotofunktionen der DC 600 bedienen. Mit wenigen Handgriffen ist der Blitz mitsamt Zubehörschiene am
Stativgewinde des Gehäuses angeschraubt. Ohne Werkzeug, nur eine griffige Sternschraube gilt es anzuziehen. Dann noch den Halter des Lichtleiters über den Objektivport
stecken und bündig am Gehäuse, vor dem internen Blitz fixieren. Welchen Aufnahmemodus Sie nun an der Kamera verwenden oder ob Sie alles manuell einstellen wollen,
das können Sie jederzeit entscheiden, die Menüführung steht Ihnen stets zur Verfügung. Obwohl die Bedienungstasten am DC 600 Gehäuse sehr klein sind, man kann
sie mit dicken Trockentauchhandschuhen immer noch ausreichend komfortabel bedienen. Die Aktivierungszeit der Kamera ist erfreulich kurz, gut eine Sekunde nach dem
Einschalten ist sie aufnahmebereit, bei 0,37 Sekunden liegt die Auslöseverzögerung bei Landschaftsaufnahmen, 0,86 Sekunden im Makrobereich, diktiert durch den
Autofocus. Beim Arbeiten mit dem externen Blitz muss man sich auf die Blitzfolge von 6 Sekunden einstellen, sonst kann es unterbelichtete Bilder zwischendurch geben.
Ein Schatz ist der unter Wasser aufsteckbare Weitwinkelvorsatz. Achten Sie aber darauf, dass Sie keine Schmutzpartikel zwischen Portglas und Rücklinse des
Weitwinkel eingefangen haben, das würden Sie wirklich deutlich auf den Bildern sehen. Bei unserem Testmodell vignettierte das Weitwinkel etwas in der linken oberen
Ecke. Ein wenig die Brennweite am Zoom verlängert behob das Problem. Das kann generell vorkommen, wenn der Aufnahmechip in der Kamera bei der Einbautoleranz einen
Grenzwert erreicht hatte, der für den normalen Kamerabetrieb keinen Nachteil darstellt, bei Verwendung eines Weitwinkelvorsatz aber sichtbar werden kann. Die
Qualität der Bilder hängt zweifellos von der eingestellten Auflösung und Bildgröße ab. Sparen Sie hier nicht, wählen Sie die größte Auflösung und beste Qualität, dann
verkürzen Sie den Abstand der Bildqualität zu höherwertigen Kamerasystem durchaus. Vorausgesetzt natürlich, Sie haben generell ein Händchen für Fotografie und
vertreten nicht die Meinung, dass Automatikfunktionen Können und Denken ersetzen würden. Ist dem so, empfehlen wir die Teilnahme an einem UW-Fotoworkshop und Sie
werden staunen, was aus einem relativ einfachen Kamerasystem alles herauszuholen ist.
Fazit
Die SeaLife Reefmaster DC 600 mit Systemblitz SL960D
stellt eine harmonische Verbindung dar, die es erlaubt im unteren Preissegment über und unter Wasser ansprechende Bildergebnisse zu produzieren. Wer zu den
Überfliegern zählt und sich keine Zeit nehmen mag bei der Gestaltung guter Fotos, wird mit diesem System durchaus zu akzeptablen Ergebnissen kommen, mehr Freude daran
haben jene, die das angebotene Zubehör nutzen und sinnvoll einsetzen.
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