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Per aspera ad astra, durch Mühe hinauf zu den Sternen, das steht allen geschrieben, die Besonderes vollbringen wollen. Andres Güldner,
der sympathische 17-jährige aus Franken hatte sich ein großes Ziel gesetzt und fieberte dem Event entgegen. Je näher der angekündigte Rekordtauchgang eines
Jugendlichen in der Disziplin „Konstantes Gewicht Lake“ kam, umso größer wurde das Lampenfieber. Das Ziel 50 Meter Tiefe hat er nicht geschafft, aber 80% der
Vorgabe, oder 40 Meter, sind eine wirklich beachtliche Leistung im trüben und eiskalten Walchensee. Insgesamt ein Event nicht ganz ohne Probleme.
Seit
Sommer 1999 hat sich Andreas unter Anleitung eines Schwimmmeisters des heimischen Hallenbads in Gräfenberg, das nur einen Steinwurf von seinem Wohnsitz bei seinen
Eltern entfernt ist, dem Apnoesport verschrieben. Und was er zwischenzeitlich an persönlichen Leistungen vorzuweisen hat, kann sich sehen lassen: Statische Apnoe 5:36
Minuten, Streckentauchen mit Flossen 120 Meter, Streckentauchen ohne Flossen 80 Meter, Konstantes Gewicht im Meer 41 Meter, Immersion Libre (Tieftauchen ohne Flossen,
am seil hinabgezogen) 35 Meter. Daneben hat er eine SSI Gerätetauchausbildung. Ohne Zweifel, die Faszination des Apnoesports hat ihn in ihren Bann gezogen und er
sieht als Jugendlicher, als der er in seiner Altersklasse noch gilt, Chancen neue Bestleistungen zu markieren. Allerdings hat sich für seinen Rekordversuch der Verband
AIDA nicht weiter interessiert, was aber hinsichtlich unserer Erfahrungen mit dieser Organisation nicht weiter verwundert. Nicht ganz leichtes Terrain hat sich
Andreas für seinen ersten öffentlichen Rekordversuch ausgesucht, den Walchensee. Der Vorteil dieses Sees in Oberbayern ist zweifelsfrei die große Tiefe, die schon nahe
des Ufers erreicht werden, entlang der Steilwände, gerade auch bei der Galerie. Man benötigt kein Boot und kann vom Ufer aus alle Vorbereitungen Treffen. Erste
Schwierigkeit: Man kann an diesem Tauchplatz nicht früh genug ankommen, als dass nicht schon eine Reihe von Fahrzeugen dort abgestellt wurde, darunter so einige
Wohnmobile, die gerade an Wochenenden auch über Nacht den ergatterten Platz verteidigten. Wer in der schmalen Schneise, die der Durchfahrt eines PKW nur wenige
Zentimeter Raum lässt, schon mal Campingtische und Vorzeltstangen aufbaute, der wird immer wieder mit der Realität konfrontiert, dass es noch weitere Interessenten an
diesem Platz gibt und man teilen lernen muss... Zweite Schwierigkeit: Der Einstieg setzt gewisse Geländegängigkeit beim Taucher voraus. Einige steinerne Stufen
führen bis etwa zum Höchststaupegel diese Bergsees, dessen Wasserspiegel über mehrere Meter schwankend ist, da ein Wasserkraftwerk sich seiner Reserven bedient. Ist
der Wasserspiegel niedrig heißt es über die Uferbefestigung aus Granit abzusteigen. Das geht relativ gut, mehr Mühe bereitet es später wieder an Land zu kommen.
Wir treffen uns gegen 9:00 am vereinbarten Tauchplatz, Andreas im Gefolge seiner Sicherheitstaucher und einem Anhänger, der alle für das Catering notwendigen
Utensilien beinhaltet. Keine hektische Betriebsamkeit, routinierter Aufbau der Biertischgarnitur und geselliges Frühstück im Sonnenschein – es hat ein
Kaiserwetter an diesem Samstag Vormittag. Während die Mannschaft gut gelaunt den Morgen genießt, das Frühstück schmeckt und in fränkischer Mundart Scherze gemacht
werden, hält sich Andreas zurück, isst nichts und versucht sein Lampenfieber unter Kontrolle zu bringen. Für den Jungen ist das alles eine völlig neue Situation.
Schließlich hat er die 50 Meter noch nicht erreicht. Also muss es heute für ihn klappen, auch wenn alle ganz klar sagen, dass auch eine Tiefe vor dem angekündigten
Ziel ein großer Erfolg wäre.
Spiegelglatter See, der bayerische Wettergott meint es gut mit dem Team der Spiritdivers, die Andreas begleiten und am Seil, das
ihn in die Tiefe führt, in Abständen von 10 Metern überwachen. Auch sein Vater ist bei den Sicherungstauchern dabei und er hat wohl genau so viel Lampenfieber wie
Andreas, sorgt er sich ja auch um die Sicherheit seines Sohnes in ganz persönlicher Weise. Der Tauchablauf ist minutiös geplant und besonnen vorbereitet. Jeder
Sicherheitstaucher, auch eine Taucherin, die Tauchlehrerein Heike ist dabei, weiß genau um seine Position und Tauchzeit, die Dekopläne für die in 40 und 50 Metern
Tiefe wartenden sind klar, jeder hat am Jacket eine Tafel mit dem genauen Zeitablauf. Für die Deko sind Nitrox 32 und Nitrox 50 vorbereitet.
Während das Team
langsam die Ausrüstungen anlegt, sitzt Andreas abseits und macht in sich gekehrt Atemübungen. Dann macht auch er sich fertig und gleitet
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