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Wer in diesem Jahr auf der "BOOT" war hat sicherlich den löcherigen Betonkörper in der Nähe des Aktionsbeckens vor dem Stand
von PADI gesehen. Das war ein sogenannter Reefball, eine Entwicklung amerikanischer Meeresbiologen. Diese Objekte schaffen in kurzer Zeit eine erhebliche Zunahme der
Biomasse, weil sich auf und in ihnen vielfältige Lebensgemeinschaften aufbauen.
Die Website http://www.reefball.com ist sehr informativ und zeigt nicht
nur das Konzept, sondern stellt auch verschiedene weltweit bereits realisierte Projekte vor.
Der Tauchverein "Fördetaucher" ist ohnehin biologisch -
dokumentarisch engagiert und fand das Konzept faszinierend - so etwas wollten sie auch bei sich in der Ostsee haben! Und ein Partner, der Mitglied bei PADI ist, war
auch schnell gefunden - Olli Wolf vom Baltic Dive Center in Kiel sagte spontan seine Kooperation zu, seine Tauchschule ist auch nur 1000 Meter vom Riff entfernt.
Eigentlich erst mal gar kein Problem, denn die Stiftung "Project A.W.A.R.E" mit Sitz in der Schweiz hat einen kompletten Satz von Gussformen gekauft und
trägt auch die Speditionskosten für Anlieferung und Abholung. Diese Stiftung werden viele Taucher kennen, denn sie ist u. a. im Hai- und Schildkrötenschutz tätig und
sorgt für Ankerbojen an viel betauchten Riffen. Ihr Ziel ist weltweit mit unterschiedlichen Projekten der Schutz und die Erhaltung von marinen und limnischen
Lebensräumen, also unseren Tauchgewässern. PADI Europe ist der Hauptsponsor dieser Stiftung, die gute und erfolgreiche Arbeit macht, deshalb ist es erwünscht, dass der
Riffbauer entweder selbst ein PADI - Tauchcenter betreibt oder mit einem solchen kooperiert.
In einem bürokratisch durchorganisierten Land kann man natürlich
nicht einfach mal eben 20 Reefballs von bis zu 1,3 m Höhe im Meer versenken, es gibt eine beachtliche Anzahl an Behörden, die ihr OK geben müssen, und nicht alle sind
sofort überzeugt, dass so etwas der Umwelt nützt. Es kostete also vorab eine Menge Arbeit, Argumente und Papierkram, dann war alles klar (zusätzliche Kosten entstanden
für die Genehmigungen und die Pacht eines Stückchen Meeresbodens).
Es war ein Bereich des Meeresbodens ausgesucht worden, der bislang nahezu tot war - eine
sandig - schlammig ebene Fläche in 13 - 14 m Tiefe in der Kieler Außenförde. Für die laufende Beobachtung war es sehr wichtig, dass der Platz auch von Land aus leicht
erreichbar ist. Benötigt wurde zusätzlich ein Bauplatz für die Riffkörper nahe am Wasser, eine gewisse Infrastruktur (Gabelstapler zum Abladen der Formen, ein Kran zum
Hineinheben der fertigen Reefballs, ein Liegeplatz für das Schleppschiff) und ca. 5 Kubikmeter Beton mit geeigneter Rezeptur, der die Vereinskasse möglichst nicht
belastet.
Mit viel Geduld wurden letztlich die Hürden genommen: Alle Behörden waren überzeugt, alle Genehmigungen erteilt, die Bundesmarine
(Marineflieger-Geschwader 5 in
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