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Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass der kompakte Teleriese SP 560, der verglichen mit Analogkameras ein optisches Megazoom bis
486 mm Brennweite liefert, kein Zuhause unter Wasser finden könnte. Die Startbrennweite von 27 mm ist jedoch zumindest über Wasser ordentlich weitwinklig.
UnterWasserWelt nahm die Olympus SP 560 im Gehäuse PT-037 mit in einen winterlichen See.
Es ist durchaus bestechend, in welch handlich gestalteten und
zugleich leichten Bodys mittlerweile hochwertige Digitaltechnik verpackt werden kann. Olympus pflegt diese Tradition schon seit Jahrzehnten, zählten doch deren analoge
SLR-Kameras immer schon zu den beliebten „Kampfzwergen“ der Kleinbildszene. Oft schon haben wir bedauert, dass letztmalig mit der schon legendären C 8080 von
Olympus ein Kamerazwitter, der das logische Bindeglied zwischen Kompaktmodellen und SLR – Kameras darstellte, in den Markt kam. Da zugunsten der
Umsatzentwicklung im Spiegelreflexbereich eine deutliche Abgrenzung der Fähigkeiten kompakter und technisch höherwertiger Modelle erfolgte, muss der Olympuskunde heute
hinsichtlich der UW-Fotografie ein eindeutige und nachhaltige Entscheidung treffen, denn nur die SLR-Modellreihe erlaubt wachsende Ansprüche zu erfüllen. Die SP 560
ist ein elektronisches wie auch optische Kraftpaket mit in dieser Größe und Preisklasse nie gesehener Objektivbestückung. Übersetzt auf Analogkameras deckt der Zoom
einen Brennweitenbereich von 27 mm Weitwinkel bis 486 mm Supertele ab. Die Menge der Fotografen mit analogen oder digitalen Spiegelreflexkameras ausgestattet erreicht
das Ende des eigenen Objektivspektrums bei 300 mm, da trumpft die SP 560 eindeutig auf. Für Kompaktkameras ist der Weitwinkelbereich von 27 mm durchaus sehr
ordentlich, könnte man diese Brennweite mit Hilfe eines Domeports vor der Linse auch unter Wasser nutzen, füllten sogar Freudentränen die Augenwinkel des Testers.
Doch auch beim aufwändig gestalteten UW-Gehäuse PT-037 sieht man bei Olympus nicht vor, eine bildwinkelerhaltende, gekrümmte Scheibe als Abschluss in den Port
einzusetzen, der in seiner voluminösen und professionell rechteckigen Form zweifelsfrei eine professionelle Ausstrahlung hat. Die gummierten Ränder des Portrahmens
fangen auch einen Rumpler klaglos ab, der massive Frontdeckel schützt das optische Entree im Ruhestadium wirkungsvoll. Ein wenig rechnen bringt uns aber auf Kurs
und addiert man zu 27 mm Brennweite den optischen Verlängerungsfaktor von 1/3, den das Medium Wasser durch seine Brechung an einer planen Glasscheibe verursacht,
erhält man die unter Wasser wirksame kürzeste Brennweite von 36 mm, was einem leichten Weitwinkel in der Analogfotografie entspricht. Nun, verglichen mit dem Gros
im Markt befindlicher Kompaktkameras in UW-Gehäusen, ist das fast ein Spitzenwert, wissend, dass in der UW-Fotografie Weitwinkelbrennweiten zu den führenden
Bildgeneratoren zählen, wünschte man sich auch im investiven Mittelfeld etwas weniger ... Brennweite. Doch von Domeports lässt man bei Olymus traditionell die
Finger und aufgrund des Portdesigns am UW-Gehäuse PT-037 lässt sich kein Weitwinkelvorsatz eines Zubehörherstellers anbringen. Aber, man besann sich der guten
Ideen, die das Gehäuse zur Legende C8080 charakterisierten und konstruierte einen Lichtkasten vor dem integrierten Blitz der SP 560 und siehe da, näher liegende Motive
werden zart, flächendeckend und nur mit feinen Schatten gezeichnet abgebildet. Für dieses Produktmerkmal finden wir wirklich warme Worte.
Olympus SP 560
Als Zielgruppe kann man engagierte Reisefotografen ausmachen, die über und unter Wasser ihre Motive finden und dabei auf besonders kleines Equipmentvolumen
achten. Im Trecking – Rucksack oder Handgepäck bei Flugreisen beansprucht die SP 560 allein nur marginalen Raum, das Gehäuse PT-037 macht sich auch nur
deshalb so „dick“, weil im Port das teleskopartig ausfahrende 18-fach Zoomobjektiv seine volle Länge entfalten können muss, auch wenn das unter Wasser keinen
Sinn macht. Aber unter schwierigen Umweltbedingungen, über Wasser, kann man dann mit dem Supertele im Monsumregen formatfüllend Kolibris einfangen – natürlich
nur auf dem Chip, ohne Wasserschaden zu generieren. Die Auflösung des Chips liegt mit 8 Millionen Pixel in der Oberklasse,, die Aufzeichnung von JPG- und RAW
– Dateiformaten zeigt klar, dass sich mit dem von der SP 560 generierten Material auch professionelle Ansprüche befriedigen lassen. Mit hochwertig
verfeinerten Automatikfunktionen sucht man ein Stück näher an das Wunschziel stets richtig belichteter Motive heranzukommen. Die Gesichtserkennung steuert nun Schärfe
und Belichtung unter der Vorgabe, das abgebildete Personen das wichtigste Motivdetail darstellen und folglich bevorzugt behandelt werden. Eine weitere
Softwarekomponente in der Kamera hebt die lineare Abbildung der Helligkeitswerte auf und erreicht damit, dass in Schatten deutlich mehr Details sichtbar werden, als
bei vorher verwendeten Prozessoren. Das kommt auch den Abbildungen unter Wasser zugute, denn dort bestimmen meist sehr große Helligkeitsunterschiede die Szenerie.
Wer unter Wasser fotografiert und von Anfang an auf engagiertes Arbeiten Wert legt, der kann auf die drei Unterwassermodi verzichten, die die SP 560 im Rahmen von 25
Motivprogrammen anbietet. Newcomer fühlen sich in den Motivprogrammen sicherlich wohl, vor manuellen Eingriffe sollten man sich aber nicht scheuen und die SP 560
bietet hier für die unterschiedlichsten Einstellungen Vorschaubilder, die etwa die Wahl des Weißabgleich oder einer Belichtungskorrektur erleichtern. Gefallen kann
uns die Abschaltung des Autofokus und auch die Einstellung eines so genannten prädikativen Autofocus. Das ist eine Automatik, die bei bewegten Objekten errechnet, wo
sich bei gleichlaufender Bewegungsrichtung ein mobiles Objekt zum Zeitpunkt der Belichtung befindet, damit es scharf abgebildet werden kann. Unter Wasser kann das zu
einer Fülle von Bildern Führen, in denen etwa nervöse Clownfische wirklich brauchbar eingefangen wurden. Je nach Makro – Einstellung können Sie an kleine
Motive bis auf einen Zentimeter heranrücken. Nutzen Sie für scheue Kreaturen den Telebereich – etwa wie ein Makroobjektiv der SLR – Oberklasse - so liegt
der Mindestabstand bei 1,2 Metern. Unter Wasser ist das viel „Holz“ vor der Linse, das dich auf jeden Fall kontrastmindernd auswirkt und der eingebaute
Kamerablitz schwächelt auf diese Motivdistanz auch schon. Unter idealen Bedingungen können Sie hier zum Schuss kommen, in sedimentreichen Gewässern jedoch nicht.
Zwischen 50 ISO und 6400 ISO lässt sich die Empfindlichkeit auch manuell regeln, bis zu 7 Belichtungen pro Sekunde schafft die SP 560 bei voller Auflösung und bis zu
25 Bilder bei reduzierter Auflösung von 1,2 MB. Wer Angst hat den richtigen Moment der Belichtung zu verpassen, der kann sogar eine Funktion aktivieren, die im
Hintergrund Serienaufnahmen zwischenspeichert, bis der Druck auf den Auslöser erfolgt, erst dann wandern 25 Bilder auf die Speicherkarte und es sollte das absolute
Highlightbild dabei sein. Über Wasser hat man die Wahl das Motiv auf dem brillanten 2,5 Zoll Monitor mit 230000 Pixel Auflösung zu
betrachten oder im elektronischen Kamerasucher, der besonders bei heller Umgebung punktet. Unter Wasser bleibt nur der Blick auf den Monitor. Motive im Schatten, in
der Dämmerung oder in schwach beleuchteter Umgebung werden für den Monitor elektronisch verstärkt, so dass das vor der Aufnahme dargestellte Bild wesentlich heller
erscheint, als in Natur. So kann man den Bildausschnitt gut festlegen, wird aber auch getäuscht hinsichtlich der dann möglichen langen Belichtungszeit, verzichtet man
auf die Aktivierung des Blitz. Bei der Bildgestaltung im Verlauf von Tauchgängen kann die Motivaufhellung auf dem Monitor viele Vorteile bringen. Bekannt aus der
Videotechnik ist der Verwackelungsschutz, der besonders bei Aufnahmen mit langen Brennweiten aus der Hand die Bildschärfe enorm steigert. Die SP 560 hat dieses Feature
in einer mechanischen Funktion integriert und unterstützt damit ihren Aktionsradius wesentlich. Bei der Stromversorgung gibt es bei Olympus mittlerweile keinen
einheitlichen Weg. Dieses oder jenes Modell freut sich über einen Akku mit Ladegerät, andere Modelle müssen mit Batterien mobilisiert werden. Auch die SP 560 gehört zu
den Batterieversorgern. Erfreulicherweise hat sich durch die technische und stromsparende Weiterentwicklung die SP 560 nicht als Batteriefresser entpuppt, der im
Kaltwasser gleich in den Warnstreik tritt. Mit 4 handelsüblichen Mignonzellen bleibt man denn doch lange Zeit aufnahmeaktiv.
Gehäuse PT-037
Auch das PT-037 ist ein in der Olympus – Familie fest verankertes und wiedererkennbares Gehäuse, das aus transparentem Kunststoff gegossen sämtliche
Kamerafunktionen von außen zu bedienen erlaubt. Zwei O-Ringe dichten die Gehäusehälften, zwei Schnellspannverschlüsse stellen die Verbindung her. Zur Sicherung am
Handgelenk dient eine verstellbare Schlaufe. Störendes Seitenlicht hält ein Gummirahmen vom Monitor fern. Fast noch einmal die Tiefe, die die Kamera allein
beanspruchen würde, reklamiert der Port für sich, da hier das weit ausfahrende Zoomobjektiv (Teleeinstellungen) Platz benötigt. Mit oder ohne Streulichtkasten, der
am Port eingeschoben wird, könnte man das Gehäuse bestücken. Da der eingebaute Blitz unter Wasser ohnehin nur auf kurze Entfernungen Wirkung entfaltet, kann man den
Lichtkasten getrost aufgesetzt lassen und nachfolgend die hohe Beleuchtungsqualität der Motive im Nahbereich genießen.
Handling im Unterwassereinsatz
Olympus macht es den Fotografen leicht, die SP 560 im Gehäuse zu platzieren. Die Kamera wird einfach eingeschoben und findet ohne weitere Manipulationen ihren
Platz. Deckel zu, Verschlüsse einklinken und verriegeln, fertig ist die Vorbereitung. Wer es noch nicht weiß, wie bei jedem Gehäuse muss vorher die Sauberkeit der
O-Ringe und der Dichtflächen überprüft worden sein, die Pflege der roten O-Ringe mit Silikon darf man auch nicht aus den Augen verlieren. Sollte man vergessen haben
den Blitz auszuklappen, keine Panik, auch dafür ist im Gehäuse eine Taste vorbereitet. Zweifellos sind Systeme wie dieses nicht für den Einsatz unter
Extrembedingungen konzipiert, doch das schreckt uns nicht ab, wenn Testequipment im Winter eintrifft, dann muss es auch im Winter seine Stärken und Schwächen im
Binnengewässer zeigen. Die aus 9 Drückern bestehende Tastatur rund um das Steuerzentrum der Kamera ist wie von Olympus gewohnt, unterschiedlich hoch konzipiert.
Durch diesen einfachen Trick erleichtert man Fotografen in warmen Gewässern – ohne Handschuhe – die Orientierung auf den Tasten wesentlich. Mehr ein
Faktor des generellen Bedienungskomforts ist diese mechanische Lösung für Taucher, die ihre Hände in Handschuhen, sei es auch dicken Trockenhandschuhen (wie im
aktuellen Test), verpackt haben. Man kann sagen, dass auch unter extremen Bedingungen die Bedienung der Kamera im Gehäuse PT- 037 gut möglich ist. Etwas mehr
Federwiderstand wünschen wir uns beim Auslösertaster. Versucht man den Druckpunkt zu nehmen um die Schärfe und Belichtung bis zur endgültigen Auslösung
zwischenzuspeichern, so klappt das nur zu 50%, da zu schnell der Befehl zur Belichtung weiter gegeben wird.
Fazit
Investiert man in die SP 560 mit
dem Gehäuse PT-037, erhält man einen multitalenten Kompromiss, der eine Brücke schlägt von in extremem Kameraabstand zu findenden Motiven über Wasser und feinen
Abbildungen von Motiven im relativen Nahbereich unter Wasser. Abgetaucht ist die Weitwinkelwirkung durchaus etwas deutlicher als im kompakten Wettbewerb, diesen
auszuleuchten schafft das interne Blitzkonzept der Kamera jedoch nicht allein, hier müsste ein stärkerer Slave – Blitz des Zubehörhandels eingebunden werden.
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