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Das Engagement als Vollausrüster auch eine funktionelle Taucher – Handlampe anbieten zu können, passt zu OCEANIC. Außenladung und
Filter zur Anhebung der Farbtemperatur des Halogenbrenners auf Tageslicht vereinen die charakterisierenden Merkmale dieser Leuchte. Ob nun ein Vollausrüster gegenüber
den spezialisierten Herstellern von UW-Lampen die Nase sichtbar vorne hat, beleuchtet unser Test.
Die Ladung der Lampenakkus stellt – für viele ein
unbekanntes Problem – die Hersteller von UW-Leuchten immer wieder vor eine Gretchenfrage: Belüftete Ladung – also bei geöffneter Lampe - um eventuelle
ausgasende Akkus nicht zum Feuerwerkskörper werden zu lassen oder unbelüftete Außenladung, bei der die Leuchte nicht geöffnet werden muss um eventuell entstehende Gase
rasch zu neutralisieren. Gerne möchte man die Ladung der Leuchte von außen – also unbelüftet – anbieten, denn der Komfort ist unbestritten. Allerdings
reicht es bei weitem nicht aus, die Ladekontakte einfach nur außen zu integrieren, im Inneren der Lampe muss auch ein kleines Elektronikpaket dafür sorgen, dass die
Belastung der Akkus während der Ladung und Entladung so gesteuert wird, dass keinesfalls Grenzbereiche erreicht werden, die so kritisch sein können, dass das
Ansprechen eines Überdruckventils die letzte Rettung darstellt. Während man sich bei den etablierten Anbietern von Leuchten, die außen geladen werden, seit langer
Zeit auf die bald nicht mehr zulässigen (Umweltschutz) Nickel Cadmium (NC) – Akkus als Energiepakete konzentriert hatte, deren Ladung im unbelüfteten Zustand,
unterstützt von Sicherheitselektronik, von den Herstellern der Zellen zugelassen worden war, setzt der italienische Produzent der OP 504 ex auf NiMH – Zellen,
die deutschen Herstellern mit dem Ziel der Ladung im unbelüfteten Zustand nicht geliefert werden. Auf unsere diesbezügliche Anfrage beim Importeur wurde uns
die Antwort des Herstellers übermittelt, der darauf hinweist, dass eine ausgeklügelte Elektronikschaltung das Gasungsverhalten der NiMH – Akkus kontrolliert und
das Ausgasen verhindert. Zur weiteren Sicherheit seien die Einsätze der Info – LED`s im Lampenboden als Überdruckventil konzipiert. Angesehen davon sei bei der
großen Stückzahl bis jetzt ausgelieferter Leuchten keinerlei Problem aufgetreten. Soviel zu dem „Alleingang“ des Herstellers, der vielleicht schon durch die
kommende Akkugeneration - der Lithium – Ionen Zellen - auf die mittlerweile viele Hersteller ihre Leuchten umrüsten, gegenstandslos wird.
Ein weiteres
Feature, wie es nur die OP 504 ex hat, ist die Beschichtung des Lampenglases als dichroitischer Filter. Von außen reflektiert das Lampenglas golden, nur in der
Durchsicht erscheint es leicht blau getönt. Diese Technik kennt man aus der professionellen Filmlicht - Technik um Kunstlichtleuchten auf ein dem Tageslicht näheren
Farbspektrum umzufiltern. Ganz erreicht man damit nicht die Qualität von Tageslichtleuchten, da fehlen noch ein paar Kelvin in der Farbtemperatur, auch ist die Magenta
– Grün – Achse nicht ganz korrekt. Wie dem auch sei, das von der OP 504 ex gefilterte Licht hinterlässt einen tageslichtähnlichen Eindruck und für den
Einsatz in einer Taucherhandlampe ist der Output einwandfrei. Bedingt durch die Spotcharakteristik der Leuchte kann sie aber nicht als Lichtquelle für Foto- oder
Videografen empfohlen werden, da das Licht stark gebündelt ist. Wie jeder Filter, so hat auch der Filter vor dem Halogenbrenner der OP 505 ex seinen
Nachteil, denn das getönte Lampenglas „schluckt“ etwas Licht, so dass die erhöhte Lichtausbeute des 50 Watt Brenners, ausgehend von 14,4 Volt Überspannung,
wieder egalisiert wird und die Lampe mit der Lichtleistung eines 50 W Brenners und nicht der eines 65 Watt Leuchtmittels (Überspannung) betrieben zu werden scheint.
Bei Verwendung als reine Taucherhandlampe kann das aber hingenommen werden.
Gefällig ist das Design der silber – matt eloxierten Leuchte, deren Lampenrohr
sich zur Mitte hin verjüngt. Die Oberfläche ist aufwändig bearbeitet und schafft auch Raum für die Tastsinne. Der Bügelgriff ist matt – schwarz beschichtet, eine
Schlitzbohrung nimmt Sicherungstools auf, die die Leuchte am Taucher fixieren. Am Lampenboden sind die beiden Ladekontakte für die Außenladung eingelassen, darunter
eine rot/grüne und eine weiße Leuchtdiode und die Drucktasten zum Ein- und Ausschalten. Die rote Leuchtdiode signalisiert einen niedrigen Ladezustand, warnt vor
baldiger Abschaltung durch den Tiefentladeschutz und zeigt bei der Ladung an, wie weit die Zellen regeneriert sind. Leuchtet die selbe Diode grün, so ist entweder die
Vollladung erreicht oder es ist genügend Energie in den Akkus vorhanden. Die weiße Leuchtdiode ist schon ein interessantes Feature. Sie kann etwa als
Instrumentenlicht beim Nachttauchgang genuzuz werden, gibt außerdem noch für drei Stunden nach Abschaltung der Leuchte durch den Tiefentladeschutz Licht und zeigt
zusammen mit der roten Leuchtdiode im SOS – Blinkmodus das Notsignal zusätzlich an. Drucktasten, wie sie bei der OP 504 ex verwendet werden, erlauben
elektronische Schaltungen wirken zu lassen, die das unbeabsichtigte Ein – und Ausschalten ausschließen. Zur Aktivierung muss man 2x kurz nacheinander die blaue
Starttaste drücken, zum Abschalten für eine Sekunde die rote Abschalttaste. Die Leuchte startet mit lampenschonendem Softstart bei 100% Lichtleistung, mit nochmaligem
Druck auf die Starttaste wird auf 50% gedimmt. Drückt man die blaue Taste nochmals, so schaltet sich der Brenner ab und nur noch die weiße Leuchtdiode im Lampenboden
ist nun aktiv. Im Notfall kann man die Leuchte auch mit SOS – Signalen auf sich aufmerksam machen lassen, dazu muss der blaue Schalter bei aktivierter Leuchte
3 Sekunden gedrückt werden. Ein Schiebeschalter dient als elektronische Einschaltsperre. Nur zum Wechseln des Halogenbrenners muss die Leuchte geöffnet werden.
Dazu schraubt man das Lampenrohr ab, das von zwei O-Ringen abgedichtet wird. Die gesamte Lampentechnik verschließt sich auch dem optischen Zugriff, da sie von einer
festen Metallhülse umgeben ist.
Praxis
Größe und Gewicht entsprechen den marktüblichen Dimensionen von Leuchten dieser Leistungsklasse.
Eingesetzt wurde die OP 504 ex bei Tauchgängen in 4° C frischen Seen. Dabei war sie auch mit dicken Handschuhen einwandfrei zu bedienen. Der vom Spot gebündelte
Lichtstrahl setzte auch gegen noch wirksames Tageslicht Akzente. Vorteile durch den dichroitischen Filter, der das Licht der Leuchte tageslichtähnlich aufwertet, waren
subjektiv nicht erkennbar. Hier würden eher Filmer und Fotografen profitieren, doch für deren Ansprüche wäre eine sehr weich verteilender Floodreflektor notwendig.
Der Bügelgriff lässt die Lampe angenehm in der Hand liegen und praktisch in der Bänderung der Ausrüstung verstauen. Die Anzeigen der Leuchtdioden sind deutlich, die
weiße Leuchtdiode als zusätzliche Beleuchtungsvariante gefällt. Mit bis zu 130 Minuten Leuchtzeit (Dimmung 50%) lassen sich auch lange oder mehrere Tauchgänge ohne
Zwischenladung (Ladezeit max. 4h) absolvieren.
Fazit
Die OP 504 ex hinterlässt nicht den Eindruck eines Produkts, das ein Vollausrüster eben
mal so ins Sortiment genommen hat. Die Leistungsdaten sind ordentlich, die weiße Leuchtdiode als Not – bzw. Kleinlichtquelle gefällt. Verarbeitung und Design
stimmen. Der Tageslichtfilter spräche in dieser Leistungsklasse eher Fotografen und Filmer an, doch der Spotreflektor ist zur Motivbeleuchtung nicht geeignet.
Verarbeitung und Design lassen keine Wünsche offen. OCEANIC spielt mit der OP 504 ex in der Oberliga mit.
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