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Das interne Blitzgerät digitaler Kompaktkameras eignet sich für die Unterwasserfotografie nur bedingt, weil sein frontales Licht die
Schwebeteilchen erstrahlen lässt. Die bessere Lösung wider den Schneegestöber-Effekt ist eine externe Kunstlichtquelle. Hier kann der tauchende Fotograf prinzipiell
zwischen Blitzgeräten und Leuchten wählen. Das Digital-Foto-Licht des Kölner Herstellers mb sub erweist sich als ein „Dauerbrenner“ im doppelten Wortsinn.
Das Produkt kam bereits vor einigen Jahren ohne klangvollen oder kryptischen Modellnamen in den Handel. Wer „Digital-Foto-Licht“ hört oder liest, weiß
sogleich, wozu es taugt. Das ist so praktisch wie das Ding selbst. Dies gilt noch mehr für seine neue, zweite Generation mit der innovativen
Lithium-Mangan-Akkutechnologie.
Systemkomponenten
Die Kameraschiene aus schwarz eloxiertem Aluminium-Winkelprofil fungiert als Träger für alle
Ausrüstungselemente. An ihr ist links ein einfacher Handgriff aus Alu-Flachmaterial und rechts ein T-Stein für die Befestigung von Zubehör montiert (der
seitenverkehrte Aufbau ist möglich). Oben am Griff sitzt ein weiterer T-Stein, der üblicherweise den Lampenarm aufnimmt. Zwei federnde Kunststoffgabeln unter der
Schiene halten den Akkutank. Letzterer ist mit einer Steckbuchse ausgestattet, an der das Ladegerät oder das Kabel des Lampenkopfes angeschlossen wird. An der
Stirnseite gegenüber signalisieren LEDs die aktuelle Akkukapazität – eine sehr nützliche Information. Außerdem befindet sich dort der Drehschalter mit den
Stellungen „Aus“ und drei Dimmstufen. Die jeweiligen Lichtleistungen (ca. 40, 70 und 130 %) werden durch unterschiedliches Takten der PWM
(Puls-Weiten-Modulation) erzielt. Das ist auch das Geheimnis hinter dem sehr schnellen Ein- und Ausschalten des Halogenbrenners mit variabler Einschaltdauer. Die
separate Ausführung des Akkutanks bietet mehrere Vorteile: Zunächst erlaubt das Trennen der Stromquelle vom Brenner einen absolut sicheren Transport. Durch die
Position des Tanks unter der Kameraschiene ergibt sich ein günstiger Schwerpunkt für die Fotoausrüstung insgesamt. Bei Bedarf kann der Akku außerdem für ein
herkömmliches Tanksystem verwendet werden, indem er mit einem optional erhältlichen kleinen Lampenkopf mit Kabel kombiniert und mittels der Schiene auf dem Tauchgerät
befestigt wird. Der Lampenkopf sitzt an einem flexiblen Gelenkarm, dessen Steckschuh für die mechanische Verbindung mit der Schiene sorgt. Der Flood-Reflektor
verteilt das Licht sehr gleichmäßig innerhalb eines Leuchtwinkels von ungefähr 90°. Ausgeliefert wird der Lampenkopf mit einem HLX-Brenner von 50 Watt, dessen
Lichtleistung beim Überspannungsbetrieb (130 %) dem eines herkömmlichen Halogenbrenners von etwa 90 Watt entspricht.
Zauberformel LiMn
Die für das
Digital-Foto-Licht verwendeten Lithium-Mangan-Akkus verdienen eine genauere Betrachtung. Diese relativ neue Technologie besticht durch positive Merkmale, mit denen sie
sich gerade für den Einsatz in Unterwassergeräten empfiehlt. Weil das als Elektrodenmaterial verwendete Mangan nicht mit dem ebenfalls enthaltenen Lithium reagiert,
sind diese Energiespeicher sehr sicher und benötigen keine zusätzliche Überwachungselektronik. Außerdem können die Akkus bedenkenlos im geschlossenen Gehäuse geladen
werden, denn die Materialkombination lässt niemals Wasserstoff entstehen. Auch den nachteiligen Memory-Effekt (den wir insbesondere von NiCd-Akkus kennen) gibt es bei
den LiMn-Akkus nicht; sie können schadlos jederzeit nachgeladen werden. Damit reduziert sich der Wartungsaufwand für die recht langlebigen Powerspeicher. In diesem
Zusammenhang muss ebenfalls die minimale Selbstentladung erwähnt werden, die eine nahezu verlustfreie Lagerung ermöglicht. LiMn-Akkus zeichnen sich durch eine hohe
Energiedichte und einen geringen Innenwiderstand aus, was viel Kapazität und starke Stromentnahme bedeutet. Dies ändert sich auch im kalten Wasser nicht, denn
innerhalb des für Taucheinsätze relevanten Temperaturbereichs bleibt die Leistung der Akkus – und damit das Licht und dessen Farbtemperatur – während des
Betriebs sehr konstant. Wer hinter so vielen positiven Eigenschaften einen Pferdefuß vermutet, muss lediglich zur Kenntnis nehmen, dass die kleinen Super-Kraftwerke
noch relativ teuer sind.
Zurück zum eigentlichen Thema
Das Lichtsystem lässt sich mit jeder wasserdichten verpackten Kompaktkamera kombinieren.
Für deren Befestigung besitzt die Schiene fünf parallele Langlöcher, so dass es immer gelingt, die mitgelieferte Stativschraube in eine passende Position zu bringen.
Der kurze, aufwärts gerichtete Schienenschenkel dient als Anschlag, damit sich die Unterwasserkamera nicht verdrehen kann. Der Abtrieb des Akkutanks unten und der
Auftrieb des Lampenkopfes oben sorgen im Wasser für eine angenehm stabile Lage der Ausrüstung. Der flexible Gelenkarm erlaubt es, die Lichtführung den vielfältigen
Motiven anzupassen. Zusätzliche Varianten ergeben sich, wenn man statt des T-Steins am Griff eventuell jenen auf der Schiene für die Armbefestigung nutzt. Ein
Nachteil des Dauerlichts für die Fotografie darf nicht verschwiegen werden: Manche Tiere, die ein Blitz gar nicht stört, reagieren scheu auf die ungewohnte Helligkeit
in ihrer Umgebung. Taucher mit einer Videokamera kennen das Problem und können damit leben. Andererseits bietet das Dauerlicht drei wesentliche Vorteile: Erstens lässt
sich seine Wirkung schon vor der Aufnahme ausgezeichnet beurteilen; zweitens wird es von der Kamera automatisch in die Belichtungsmessung und -steuerung einbezogen;
drittens kann sich der Autofocus sicherer einstellen. All dies ebnet Tauchern ohne fotografische Erfahrung den Weg zu gelungenen Bildern.
Am Schluss noch ein
Hinweis für Fortgeschrittene, die vielleicht eine herkömmliche Taucher-Handleuchte suchen, aber auch manchen Unterwasseraufnahmen eine besondere Licht-Note geben
möchten: Beim Lampenmodell „extreme LiMn“ vom gleichen Hersteller liefert der Standardreflektor das übliche Punktlicht mit Lichthof. Tauscht man diesen jedoch
gegen den ebenfalls erhältlichen Flood-Reflektor aus, so entsteht ein Handscheinwerfer mit den Merkmalen des Digital-Foto-Lichts. Damit lassen sich Gegenlicht- und
andere Beleuchtungseffekte erzielen, die unsere Digitalfotos wirkungsvoll aufwerten können.
Fazit
Das Digital-Foto-Licht ist gerade für
Kompaktkameras eine interessante Alternative zum externen Blitzgerät. Dauerlicht lässt sich anschaulich führen und dosieren, eine Synchronisation ist nicht
erforderlich, das kamerainterne Blitzgerät verbraucht keine Energie. Die Leistung des vorgestellten System reicht völlig aus, seine hochmodernen LiMn-Akkus sind ein
zusätzliches Plus.
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