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by Michael Goldschmidt 4.01
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Im Bestreben eine komplette Produktlinie aus einer Hand bieten zu können, hat sich MARES wieder des Themas Taucherhandlampen angenommen. Mit der phos 20 bietet das
große Tauchsportunternehmen eine „Mediumsize“ Lampe, die zwischen den kleinen „Jacket“ – Lampen und den kraftvollen Leuchten mit 12V oder 14,4V
Akkubestückung angesiedelt ist. UnterWasserWelt hat den Neuling aus Rapallo zu Wasser gelassen.
Die Eckwerte für eine erfolgreiche Taucherhandlampe können
so beschrieben werden:
Betrieb mit Überspannung – ergibt helleres Licht bei im Verhältnis längerer Brenndauer, weil Brenner mit geringerer
Leistungsaufnahme verwendet werden können; NiMH – Akkus, weil diese unempfindlich sind gegen den Memoryeffekt; kleine Bauweise;
lampenschonende Elektronik; Wechselakku; Alugehäuse; ansprechendes Design; schnelle Ladung; attraktiver Preis;
Nimmt man die phos 20 das erste Mal in die Hand und informiert sich über deren Leistungsmerkmale, erkennt man rasch, dass MARES die vom Markt mittlerweile erwarteten
Eigenschaften einer guten Taucherhandlampe im neuen Produkt zu einem hohen Maß umgesetzt hat. Im Wettbewerb zu den etablierten Spezialanbietern, die sich seit vielen
Jahren exklusiv auf den Lampenbau konzentrieren, kann sich die phos 20 durchaus sehen lassen.
Lampengehäuse
Aus silbern eloxiertem Alu ist das
Lampenrohr gefertigt. Es ist allerdings nicht in einem Stück und gerade gezogen, sondern erinnert in der sanften Linienführung entfernt an eine Rakete. Ungewöhnlich
für eine Taucherhandlampe ist die Unterteilung des Lampenrohrs in zwei Segmente, die durch O-Ring (axial) gedichtete Gewinde miteinander verbunden sind. Ein
Abstandsring aus Kunststoff ist zwischen den Segmenten platziert, dieser soll wohl das zu feste Anziehen des oberen Gehäuserohrs verhindern. Durch Abschrauben des
oberen Segments, hier ist auch das Lampenglas fest eingesetzt, erreicht man den Anschluss für das Ladekabel oder den Brenner zum Lampenwechsel. Entfernt man auch das
zweite Segment ist die phos 20 zum Akkutausch bereit. Das dezente Firmen- und Typenschild ist als Folie aufgeklebt, keine Lösung für die Ewigkeit aber kostengünstiger
als entsprechende Gravuren oder Ätzungen.
Ungewöhnlich geformt ist der Bügelhandgriff, der an der Bodengruppe versenkt angebracht und mit einer Schraube fixiert
ist. Eine schwarze Kunststoffkappe sitzt als Abschluss auf dem nach vorne offenen Bügel. Die Entwickler setzen bei der Formgebung auf eine besonders angenehme Haltung
der Lampe beim Einsatz unter Wasser.
Eine verstellbare Handschlaufe, befestigt an einer Bohrung des Bügelgriffs, ist Bestandteil der Lampe. An dieser
Schlaufe findet sich zusätzlich ein halbmondförmiges Kunststoffteil, das als Einschaltsperre unter die mechanische Drucktaste (mit Durchführung) in der Bodengruppe
geschoben wird, mit der die phos 20 zu bedienen ist. Genau 1400 g bringt die Leuchtrakete auf unsere Waage, die auf 100 Meter Tauchtiefe ausgelegt ist.
Die Technik
Zunächst fällt der Reflektor auf, der gleichsam den Brenner schützend am Lampenkopf aufgesteckt ist. Der Spiegel wurde konkret für die Phos 20
berechnet um eine optimale Lichtverteilung beim vorliegenden Leuchtwinkel von 20° zu bewirken. Den Brenner erreicht man nach dem Abziehen des Reflektors. Ein
weiteres Novum zeigt sich jetzt: Die Steckfassung des Brenners ist federnd auf einem Aluteller gelagert. Damit möchte man erreichen, dass der Brenner mechanisch stets
bestmöglich zentriert wird, was in erster Linie der gleichmäßigen und hohen Lichtausbeute dient. Die gesamte Einheit aus Reflektor und Lampensockel ist zudem so
konstruiert, dass das Gros der entstehenden Wärme seitlich und nach vorne abgeleitet wird und nicht hin zum Akkupaket. In einem Spalt zwischen dem Akkupaket und dem
Reflektor wartet die Ladebuchse auf Anschluss.
Die Akkus (NiMH 7,2V/4Ah) und der Lampenkopf sind in einer sauber verarbeitetet Kunststoffhalterung montiert. Die 6 Zellen sind umhüllt von
grünen Schrumpfschläuchen, so dass der Hersteller nicht zu identifizieren ist. Durch einfaches Abziehen ist die Einheit aus Akku und Lampenkopf von der
Bodengruppe zu trennen. Ein Führungsstift und drei elektrische Kontakte ragen aus der Leiterplatte, die die Lampenelektronik abdeckt. Der Druckschalter, der im
Lampeninneren auf einen Mikroschalter einwirkt, aktiviert beim ersten Druck die Lampe mit 100% Leistung, beim zweiten Druck reduziert sich die Lichtmenge auf 90%, beim
nächsten Druck wird die phos 20 abgeschaltet. Die Schaltung und Dimmung sind elektronisch geregelt, dazu wird der 20 W Xenon-Brenner schonend angesteuert. Weiterhin
regelt die Elektronik für die gesamte nutzbare Einsatzzeit die gleichbleibende Helligkeit, die erst zum Ende hin deutlich sichtbar abfällt. Ein echter
Tiefentladeschutz fehlt.
Das zum Zeitpunkt des Tests mitgelieferte Steckerladegerät ist ein einfacher reiner Timerlader, der in 14 Stunden regeneriert. MARES
wird hier aber zukünftig einen Schnelllader ausliefern, der nach 5 Stunden die phos 20 wieder auf Touren bringt.
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Praxis
Handling, Leuchtkraft und Stabilität sind hier die wichtigsten Kriterien, die es zunächst zu beurteilen gilt. Vor dem Einsatz kommt
die Ladung. Das Abschrauben des oberen Lampensegments ist zunächst nicht ganz einfach, da die glatte Oberfläche, die keinerlei griffige Ränder o.ä. aufweist, der Hand keinen
zusätzlichen Halt bietet. Vor allem bemerkt man dies, wenn im Lampeninneren ein leichter Unterdruck herrscht (Lampe montiert in Rapallo = Meereshöhe, geöffnet in München = 520
Meter über Meereshöhe). Bei ausgeglichenen Druckverhältnissen kann man besser hantieren.
Das gegenwärtig beigefügte Ladegerät liefert bei einer nicht umschaltbaren
Eingangsspannung von 230 V und 50 Hz einen konstanten Ladestrom von 400 mA . Eine grüne Leuchtdiode informiert dabei über den Stromfluss zwischen Lader und Akku. Mit 14 Stunden
Ladezeit ist dieser Charger allerdings nicht konkurrenzfähig. Man könnte sich auch mit einem Wechselakku behelfen, doch die Investition hierein ist mit Abstand höher als in einen
Schnelllader. Ladestecker, Ladeanschluss und der zwingend belüftete Ladevorgang erfüllen alle Ansprüche.
Der ungewöhnlich geformte Bügelgriff könnte unserem Eindruck
nach noch an Komfort gewinnen, wären die Kanten abgerundet. Angenehm ist die Ausformung des Bügels im vorderen Bereich. Ohne Probleme kann die Leuchte mit dem Bügel in der
Bänderung der Ausrüstung eingehängt werden. Mit etwa 600 g Abtrieb ist sie aber auch an der Schlaufe gesichert am Handgelenk gut zu tragen, was aber eher bei Nachttauchgängen der
Fall sein wird.
Um Tauchtiefen bis 100 erreichen zu können, ist ein (im Wettbewerb selten verwendeter) Druckschalter wie bei der phos 20, mit einem entsprechendem
Gegendruck zu belegen. Somit ist auch eine deutlichere Kraft erforderlich, den Schalter niederzudrücken als im Vergleich zu sonst üblichen Drehschaltern. Einfallsreich ist die
unter den Schalter zu schiebende Einschaltsperre, die zuverlässig wirkt und auch erst beim Tauchgang ohne Probleme und gesichert vor Verlust entfernt werden kann.
Ob die
Lampe mit 100% oder 90% betrieben wird, ist von außen nicht zu erkennen, da die Leistungsstufen durch mehrfaches Betätigen des Schalters abgerufen werden (Einschalten = 100%,
weiterer Druck = 90%). Der Unterschied in der abgegebenen Helligkeit ist nicht erheblich, so dass man die phos 20 wohl in den meisten Fällen mit 90% betreibt, was letztlich eine
um 10 Minuten verlängerte Leuchtzeit von 65 Minuten (Brenner 20 W) einbringt. Die Lichtausbeute insgesamt mit 500 Lumen ist sehr ordentlich, die Reflektorcharakteristik, die
einem Spot entspricht, verleiht der Lampe auf kurze Distanzen auch bei Einsätzen am Tag ausreichende Wirkung Farben sichtbar zu machen. Warum man auf einen Tiefentladeschutz
verzichtet hat, ist nicht klar, das passt nicht so recht in das gute Gesamtkonzept der Lampe.
Die phos 20 macht einen gut verarbeiteten und robusten Eindruck. Die
gefederte Lagerung des Lampensockels dürfte den empfindlichen Brenner zudem langfristig vor Schlag – und Fallschäden bewahren, der häufigsten Ursache für das Versagen der
Leuchten. Vor längerem Betrieb der Lampe außerhalb des Wassers wird abgeraten, da die dafür notwendige Kühlung fehlt.
Fazit
MARES ist mit der phos 20 auf
gutem Weg eine eigenständige Lampenserie auf den Markt zu bringen, die im Feld der bereits vorhandenen Produkte Punkte sammelt. Handling und Design kennzeichnen die
Eigenständigkeit des Produkts. Überspannungstechnik und Lichtleistung entsprechen modernsten Standards. Bei der Dimmung wünschten wir uns eine deutlichere Abstufung, vielleicht
70% statt 90%, die bei Nachttauchgängen in tropischen Meeren durchaus genügt, die Gesamtleuchtzeit aber noch weiter verlängert. Das käme auch der langen Ladezeit beim
Standardcharger entgegen. Und einen Tiefentladeschutz sollte man dem guten Stück schon gönnen, das entspricht auch bei ähnlich günstigen Angeboten dem üblichen Standard. Auf alle
Fälle hat sich die phos 20 einen guten Platz im Wettbewerb gesichert und bringt MARES einen entscheidenden Schritt weiter alle tauchsportrelevanten Produkte aus einer Hand
anzubieten.
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Fakten
Typ: phos 20 Hersteller: MARES
Material: Alu, eloxiert Tauchtiefe: 100 Meter Akku: NiMH 7,2V/4Ah - wechselbar - Überspannung Brenner: 6V / 20W (Standard) Dimmung: 100%, 90%, elektronisch
Reflektor: Flood, 20° Brenndauer: 55/65 Min Schalter: Druckschalter, mechanisch Besonderheit: elektronische Spannungskontrolle für Brenner für gleichbleibende
Helligkeit; internes System zur Fokuseinstellung; Gewicht: 1400 g Abtrieb: ca. 600 g Länge: 220 mm Durchmesser: 70 mm Preis: ca. € 255
Vertrieb: Fachhandel
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