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Als Marke ist Kowalski schon lange ein Dauerbrenner. Mit der neuen, wandelbaren SELECT 620 – Lampe bringt das Berliner Unternehmen einen realen Dauerbrenner in
den Handel, der eine Brücke zu den Anfängen der Kowalski – Legende schlägt. Im Mantel des Urprodukts steckt modernste Lichttechnologie, die jeden
Anwenderanspruch zu bedienen weiß. Ein Grund weniger also für viele Taucher weiterhin unterbelichtet im graublau abzutauchen und Farben keine Chance zu geben.
Nach dem Einstieg in die LED – Technologie mit batteriebetriebenen Handleuchten im Produktjahr 2009 / 2010 hat sich Kowalski nun mit einem völlig neuen
Konzept der Innovation akkugespeister Leuchten gewidmet. Der Rückzug des Firmengründers Erich Kowalski (aus Altersgründen) hat kein Ideenloch hinterlassen. Mit Britta
Virian als neuer Eigentümerin des Unternehmens und Marina Göbel, der langjährigen und erfahrenen Geschäftsführerin an Bord, steuert die Lichtschmiede weiter mit hoher
Bugwelle durchs Fahrwasser des Lampenmarkts. Kopisten werden sicher schon einen begehrlichen Blick auf die SELEC T 620 geworfen haben, aber das soll nicht stören, denn
wie immer sind Originale wirklicher langjährig erfahrener Entwicklungsteams die erste Wahl.
Die Zutaten der SELECT 620 stammen großteils aus dem bewährten,
aktuellen Programm, was im Hinblick auf das eloxierte Alurohr, die Bodengruppe, die Schalteinheit und den Bügelgriff ohne wenn und aber als klassisch bezeichnet werden
kann. Die Dimension der SELECT 620 entspricht dem modernisierten Urmodell einer Kowalski – Leuchte, dessen Lampenrohr lediglich in der Vergangenheit einer neuen
Elektronik und Akkutechnik Rechnung tragend verlängert worden war. Das ursprüngliche Alleinstellungsmerkmal, die unkomplizierte Ladung der Leuchte über
Aussenkontakte, wurde dem jüngsten Highendkind der Leuchtenfamilie natürlich auch mitgegeben. Ausgestattet mit Lithium – Ionen – Zellen, wie sie auch
im Airbus verwendet wird, steht ein 7,4 V / 4,6 Ah Kraftpaket zur Verfügung, das bis zu 480 Minuten Leuchtzeit ermöglicht. Der Anspruch völliger Nachladung wird vom
mitgelieferten Schnelllader in 2,5 Stunden erfüllt. Und jetzt die Frage: Was darf`s denn sein? Glühlicht für die konservative oder LED –
Lichtpower für die moderne Generation von Unterwassersportlern? Alles ist möglich, nicht nur bei einem japanischen Automobilkonzern, der ungebremst Marktanteile
eroberte…. Kowalski lässt dem Endverbraucher die Wahl zwischen einem Lampenkopf mit 20 W Halogenbrenner und zwei LED – Varianten.
Der 6V / 20 W
Halogenbrenner wird dank der Überspannungstechnologie der Leuchte zu stärkerer Lichtabgabe angeregt, man kann in etwa von der Helligkeit eines 35 W Brenners an 6 V
Spannung ausgehen. Die Lampenelektronik steuert den Brenner behutsam an, so dass eine Einschaltüberlast mit Durchbrennen der Wendel als Quittung ausgeschlossen wird.
Das Licht wird von einem Spotreflektor auf 10° gebündelt. Dimmbar von 20% bis 100% ergeben sich Leuchtzeiten von 220 bis 65 Minuten. Gerade beim Nachttauchgang wird
man nicht die volle Leistung abfordern, ebenso wenig bei der Beobachtung von Fauna und Flora auf kurze Entfernung.
Mit der LED – Technologie ergab sich
lichttechnisch ein Quantensprung, der alte Forderungen von Tauchern endlich befriedigt: Hohe Lichtleistung bei kleiner Dimension der Leuchte. Möglich wurde das auch
durch die Grundlagenforschung der Max Planck Gesellschaft. Die modernen, flachen LED – Leuchtmittel mit hoher Leistung basieren auf deren Forschung. Während ein
Halogenbrenner unter besten Bedingungen nur 35 Lumen pro Watt abstrahlt, erreichen Hochleistungs - LED`s bis 100 Lumen. Als Bindeglied dazwischen sind die Xenon -
(Daylight) Leuchtmittel angesiedelt mit ihren typisch hohen Zündspannungen und mechanisch empfindlichen Brennern. LED`s werden Nutzleuchtzeiten von bis zu
100.000 Stunden attestiert. Sie sind wesentlich unempfindlicher gegen negative mechanische Einflüsse auf die Leuchte, haben aber im Hochleistungsbereich auch
einen Nachteil: Die Wärmeentwicklung. Auf kleinem Raum treten technisch bedingt an der Platine, also auf der Rückseite der LED, hohe Temperaturen auf. Bei Verwendung
dieser LED`S im ursprünglichen Einsatzbereich, also in der Raum- und Effektbeleuchtung über Wasser, kann die Wärme über Kühlleitbleche elegant abgeführt werden. Im
hermetisch abgeschlossenen Raum einer Taucherleuchte kann über Wasser die Wärme nur kurzfristig kompensiert werden, daher sollen diese Lampen auf dem Trockenen
nur kurzzeitig aktiviert werden. So werden thermische Beschädigungen des Akkus oder anderer elektronischer Bauteile ausgeschlossen. Abgetaucht gibt es natürlich keine
Betriebseinschränkungen, hier wirkt die Wasserkühlung.
Spot oder Flood steht als nächste Frage zur Bestückung der Wunsch – SELECT 620 auf dem Plan. Beide
Lampenköpfe sind mit einem 10 Watt MC-E Modul bestückt. Für den normalen Taucheinsatz bietet sich der Spotvorsatz an, Leuchtwinkel 12°. Satte 18.000 Lux
Beleuchtungsstärke werden bei voller Leistungsabgabe gemessen. Zwischen 20% und 100% kann auch die LED gedimmt werden. Es ergeben sich Leuchtzeiten zwischen 480 und
120 Minuten. Da haben selbst Non-Limit Taucher Probleme den Tiefentladeschutz ansprechen zu lassen. Und wer, weil`s bezahlt ist, über die physiologischen Grenzen
hinausgeht, nutzt eine Oberflächenpause zum jederzeit möglichen raschen Nachladen.
Unserem Eindruck nach ist der Floodreflektor ein gelungenes Videozubehör, das
aber auch Digitalfotografen interessieren kann. Kowalski geht einen optischen Weg, den Leuchtwinkel gleichmäßig zu vergrößern und wählte eine Linse den Floodeffekt zu
erzielen. Ein kreisrunder Lichtaustritt mit einem Winkel von 70° charakterisiert diesen Lampenkopf. Die bei 100% erzielten 9000 Lux sind nicht nur angesichts der
geringen Dimension der SELECT 620 sehr beachtlich. So passt die Lampe gut zu den kleinen HD – Videozwergen im Gehäuse, natürlich aber auch zu den
voluminöseren Housings, immer das deutliche Optimierungspotential bei Flugreisen vor Augen: Höchste Effizienz bei geringster Dimension und Masse. Fotofreunde mit
digitalen Kompaktkameras erweitern ihre Motivbandbreite statt mit einem externen Blitz mit einer SELECT 620 Flood, die alternativ als Handlampe verwendet werden kann.
Auch D-SLR – Fotografen profitieren von einem hochwertigen Einstelllicht, das die Bildkomposition und Schärfenkontrolle bei Tag und Nacht wirkungsvoll
unterstützt.
Der Tausch der der Lichtmodule ist kinderleicht. Sie werden einfach am Lampenrohr angeschraubt. Die elektrische Verbindung erfolgt
automatisch über gefederte und vergoldete Kontakte. Zum Transport werden nicht angesetzte Module in einer verschraubten Röhre aus Kunststoff sicher untergebracht.
Praxis
Unter Wasser werden aus den leichten 930 Gramm gerade mal 300 Gramm. So präsentiert sich der Dauerbrenner zusätzlich noch als Leichtgewicht
und angenehm als Tauchlampe, voll kompatibel zu kleinen Video- und Fotogehäusen. Flexarme und Schienen zur Befestigung gibt es als Zubehör im Kowalski – Shop.
Das Handling der SELECT 620 ist wie bei Kowalski gewohnt angenehm und einfach. Per Drehschalter aktiviert man die Leuchte zunächst mit 100% um dann nach Bedarf
stufenlos bis 20% herunterzuregeln. Den Schieber des Einschaltschutzes bedient man auch mit dicken Handschuhen problemlos, hat man vor dem Tauchgang vergessen zu
entriegeln. Der LED – Spot beeindruckt mit Helligkeit und Durchdringungskraft, die man sonst nur von Daylightbrennern erwartete. Allerdings ist die
tageslichtähnliche Lichtausbeute bei der in der SELECT 620 verbauten LED noch höher als bei den Xenon – Brennern. Als Videolicht kann sie auch überzeugen. Der
große Leuchtwinkel harmoniert fast deckungsgleich mit dem Bildwinkel von Weitwinkelvorsätzen. Ein leichter Lichtabfall zum Rand hin wird nur in dunkler Umgebung
feststellbar. So käme man im Low Budget Bereich auch nur mit einer Leuchte zurecht, wenn die Lampe korrekt auf das Motiv ausgerichtet wird.
Fazit
Es gibt angesichts der so wandlungsfähigen und leistungsstarken SELECT 620 eigentlich keine Ausrede mehr, auf Licht als Begleiter erlebnisreicher Tauchgänge zu
verzichten. Kowalski bietet ein durchdachtes System, das in dieser Preisklasse keine Wünsche offen lässt.
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