|
Ein Meister seines Fachs rief und 6 wißbegierige Teilnehmer kamen um Michael Goldschmidt, seines Zeichens Profi mit jahrelanger Erfahrung
in Film und Fotografie, auf die Finger zu schauen. Das dies nicht nur in irgendeinem Seminarraum stattfand, sondern das Diver´s gleich die anheimelnde Kulisse und das
nötige Übungsareal bot, war ein glücklicher und seitens des Organisators wohl durchdachter Aspekt, bietet es doch ein breites Spektrum an Möglichkeiten, um in der
Theorie Erlerntes sogleich mit allen Widrigkeiten (Strömung, Dämmerung, Gegenlicht, orienterungslose Schnuppertaucher und Anfänger, Schwebeteilchen in augenscheinlich
klarem Wasser …), wie sie einem Unterwasser-Fotografen auch in der Natur begegnen können, anzuwenden und auszutesten.
SLR-Kamera´s, Blitz mit
TTL-Steuerung, Slave-Blitz, Überbelichtung, Unterbelichtung, Kunststoff- und Aluminiumgehäuse, Planport, Domeport … harte Fakten und Zahlen prasselten erst
einmal auf die Teilnehmer nieder, die sich schon teils beeindruckt, teils nachdenklich zeigten, da sowohl wirkliche Anfänger ohne eigene Fotoausrüstung, als auch
semiprofessionell ausgestattete engagierte Hobby-Filmer und Fotografen unter ihnen befanden. Wer keine Ausrüstung dabei hatte, bzw. neue Systeme testen wollte, hatte
die einmalige Gelegenheit, umfangreiches und hochwertiges Material der Firmen Subal und UK – Germany kennen zu lernen. Sigrid Stepanek (Subal Austria), Rolf
Sempert (Subal Germany) und U. Kiehl (UK Germany) waren vor Ort und wohnten dem Foto-Workshop unterstützend und mit viel Rat und Tat bei. Nach dem
„trockenen“ Stoff hatten sogleich alle das drängende Bedürfnis, die Flossen und Fotoausrüstungen tüchtig zu wässern und Gehörtes und Erlerntes möglichst in die
Tat umzusetzen.
Alsbald fand sich die lustige Runde schon weniger zweifelnd zum gemeinsamen Begutachten der Ergebnisse reger Bemühungen vor Michaels Laptop -
Bildschirm ein, um wenig später festzustellen, dass Unterwasser - Fotografie beileibe nichts mit „draufhalten und abdrücken“ zu tun hat, wie es uns viele
Anbieter immer kleiner werdender „Knipskisten“ weismachen wollen. So manch Foto, das man noch im Wasser für gut befand, stellte sich dann doch mit
kritischem Auge besehen, als unscharf oder „verschneit“ (angeblitzte Schwebepartikel) heraus. Aber kein Meister ist vom Himmel gefallen und deshalb gab es die
nächste große Portion Theorie, die nun schon den nötigen Hintergrund der Praxistests in den rauchenden Köpfen der Teilnehmer fand.
Der zweite Tag begann gleich
ähnlich, wie der erste geendet hatte. Die Kameras wurden von professionellen Händen wasserdicht verpackt und ab in die Becken. Jeder wollte natürlich seine
Fotoresultate des vorangegangenen Tages mit besonders schönen Aufnahmen toppen und so fand sich bald in jedem Becken ein Grüppchen eifrig mit dem Gerät hantierender
Taucher. Die Fotos, die man dann zu Gesicht bekam, waren zwar immer noch von typischen Anfängerfehlern durchsetzt, zeigten aber eine deutlich positive Tendenz und jede
Menge frischer Kreativität. Keiner der Workshop - Teilnehmer musste mit dem Gefühl im Bauch nach Haus gehen, versagt zu haben, denn von allen kamen interessante
Bilder, teils aus der Ferne, teils im absoluten Makrobereich; jeder hatte eine ganz eigene Sichtweise, Motive zu suchen und interessant und wirksam ins Bild zu bringen.
Die Ambitionen zu diesem Workshop mögen sehr unterschiedlich gewesen sein. In einem waren sich am zweiten Abend dennoch alle einig: Weiter machen um dieses so
schöne und kreative Hobby ausbauen und mit einem weiterführenden Workshop auch mit Hintergrundwissen zu untermauern.
|