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Cressi setzt um, was viele wissen aber nicht weiter bedenken: Der Computer bleibt zwischen den Tauchgängen nur ungern in der Tauchtasche.
Deshalb liefert Cressi den ARCHIMEDE II in einer praktischen Tasche mit drei zusätzlichen RV-Fächern aus, die am Gürtel oder am Halsband getragen Ausweise, Geld und
Kleinzeug aufnehmen. Ein anwenderfreundliche Display, neuester Dekompressions – Algorithmus oder die Berechnung zweier Gemische während eines Tauchgangs machen
den ARCHIMEDE II auch für Tek – Taucher interessant.
Als Armbandmodell steht der Tauchgangrechner für den Test zur Verfügung. Das Leichtgewicht im
silbergrauen Kunststoffgehäuse schützen Gummierungen seitlich und am oberen Rand. Das Kautschukarmband bringt auch kein Trockentauchanzug in Verlegenheit, es ist
ausreichend lang. Wie üblich kann der Batteriewechsel selbst erledigt werden. Die Programmierung bzw. der Datenabruf erfolgt über drei Drucktasten unterhalb des
Displays, deren Funktion zum Teil durch wechselnde Piktogramme angezeigt wird. Schon der erste Eindruck ist positiv, der Tauchcomputer fällt, wie schon sein
Vorgängermodell ARCHIMEDE, nach Abschluss aller Tauchgangsberechnungen nicht in den Tiefschlaf sondern zeigt in großen Lettern und Zahlen das Datum und die Uhrzeit an.
Ein echter Mehrwert für jene, die auf den Einsatz einer Taucheruhr verzichten. Und, die Größe der am LC Display gezeigten Daten lässt auch lesebrillenpflichtige
Taucher aufatmen, sie sind wohltuend groß und daher klar ablesbar. Wie wir später in der Praxis feststellen, kann sogar der Tauchbuddy ohne Probleme die Anzeigen
kontrollieren. Der Stromverbrauch des Uhrmodus ist absolut zu vernachlässigen, ein weiterer begrüßenswerter Nebeneffekt steter Aktivität ist im Oberflächenmodus die
Überprüfung der Höhenlage im Abstand von 10 Minuten. So kann es nicht passieren, dass man im Bergsee versehentlich mit einem falsch kalibrierten Computer abtaucht.
Das Display ist mit einer Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, die sowohl beim Tauchgang als auch an der Oberfläche mit Druck auf die rechte Taste (Taste C) für einige
Sekunden aktiviert werden kann. Auch wenn in der Anleitung immer wieder darauf hingewiesen wird, dass der ARCHIMEDE II in erster Linie für Sporttaucher entwickelt
wurde, so steckt er doch voller Details, die über das hinausgehen, was Sporttaucher mit Pressluft- oder Nitrox im Tank benötigen. Neu ist, dass man zwei
unterschiedliche Nitroxgemische während eines Tauchgangs berechnen lassen kann. Das geht in der praktischen Anwendung weit in den Tek – Bereich. So könnte ein
Tauchgang etwa mit einem EAN 32 Gemisch und PO2 1,6 durchgeführt werden, für die Dekompressionsphase steht in einem eigenen Tank dann ein Gemisch mit 60%
Sauerstoffanteil zur Verfügung. Im Moment des Wechsels der Atemgase muss man lediglich per Tastenruck den ARCHIMEDE II davon in Kenntnis setzen und schon
berücksichtigt er aufgrund der Daten des Tauchgangverlaufs die aktuelle Situation. Die Stickstoff – Sättigungsberechnung basiert auf einer von Randy Bohrer
bearbeiteten Bühlmann ZH+L8 – Tabelle, angepasst an ein hoch entwickeltes RGBM-Rechenmodell. Je nach Tauchtiefe variieren außerdem die maximal zulässigen
Aufstiegsgeschwindigkeiten, angezeigt in einem Balkendiagramm, bei Tauchgängen über 10 Meter sorgt ein vom Computer geforderter Stop zwischen 6 und 3 Metern und einer
Zeitdauer von drei Minuten für weitere Sicherheit. Kälte und- oder Unterwasserarbeiten können manuell Parameter eingestellt werden, die eventuell notwendige
Dekrompressionszeiten verlängern. Auch die Stickstoff- sowie gegebenenfalls die Sauerstoffsättigung werden durch Balkendiagramme dargestellt, unterstützt
durch farbige Segmente, die am Rand des Displays eingelassen sind. Im Lieferumfang enthalten ist ein Kratzschutz für das Display, der bei Bedarf ausgewechselt werden
kann. Apnoe oder auch Tek - Taucher können zudem einen reinen Tiefen/Zeitrechner – Modus in Anspruch nehmen, der auch keine Stickstoffsättigungsdaten
berücksichtigt. Tauchgänge bis 199,90 Meter Tiefe werden dann dokumentiert. Alle üblichen akustischen Alarmfunktionen können vom Anwender gesetzt werden. Mittels
einer Reset – Funktion können Entsättigungsrechnungen gelöscht werden, wenn der ARCHIMEDE II etwa im Verleih einer Basis verwendet wird. Optional ist der
Computer auch mit einem PC zu verbinden, in den die Logbuchdaten übertragen werden können. Außerdem kann im PC – Modus das Aufzeichnungsintervall, werkseitig
werden minütlich zwei Tauchtiefen dokumentiert, verändert werden.
Handling und Einsatz
Um den Archimede II von Pressluft abweichende
Nitroxgemische berechnen zu lassen, müssen der Partialdruck und der Sauerstoffanteil für ein - gegebenenfalls zwei Gemische – ausgewählt werden. Während
Tag, Datum und Uhrzeit intuitiv programmiert werden können, muss man für die Einträge im Nitroxbereich die Anleitung zur Hilfe nehmen. Diese verzichtet zumeist auf die
grafische Darstellung von in Anleitungstexten behandelten Themen, was das sichere Beherrschen der notwendigen Programmierschritte etwas hinauszögert, da man Anzeigen
am Computerdisplay nicht mit einer Anleitungsgrafik vergleichen kann. Hat man diese intellektuelle Hürde genommen, findet man sich auf dem „Anwenderfreundlich
gestalteten Display“ gut zurecht und manövriert geradlinig durch die Einstell- und Speicherebenen. Erfreulich groß sind die Anzeigen, die im Verlauf des
Tauchgangs alle notwendigen Daten deutlich und groß darstellen. Balkendiagramme zeigen optisch die Stickstoff-, bei Nitrox zusätzlich die Sauerstoffsättigung an. Mit
einem Blick hat man „alles im Griff“. Die bei Bedarf jeweils kurzfristig zuschaltbare Displaybeleuchtung gibt Sicherheit für Tauchgänge bei
Dunkelheit. Das Logbuch erlaubt bereits ohne Auswertung der Tauchgangdaten an einem PC – ein Interface ist optional erhältlich – in
halbminütlichen Schritten den Tauchgangverlauf nachzuvollziehen. Das ist durchaus interessant und hilft etwa bei Logbucheinträgen bestimmte Bereiche eines Tauchspots
genauer zu dokumentieren, was bei späteren Abstiegen das Wiederfinden erleichtert. Der serienmäßige Kratzschutz schont das Display und kann bei Bedarf problemlos
ersetzt werden. Lang genug um über einen Trockentauchanzug getragen zu werden ist das Kautschukarmband in jedem Fall, Tropentaucher mögen es als etwas zu lang
empfinden. Ohne Schwierigkeiten ist der Batteriewechsel zu bewerkstelligen.
Fazit
Hier stimmen Preis und Leistung. Als
mögliche zusätzliche Zielgruppe werden sich Tek – Taucher über einige Funktionen freuen. Der normale Sporttaucher profitiert von einer Reihe von Features,
die ihm mehr Sicherheit geben – vom neuesten Dekorechenmodell bis hin zu den Nitroxfunktionen. Tauchbasen schätzen zudem die Resetmöglichkeit um den Archimede II
im Verleih von laufenden Entsättigungsrechnungen unbelastet ausgeben zu können. Und wer sich die Flasche auf dem Rücken spart lässt seine Apnoetauchgänge vom Archimede
II begleiten – das alles unter dem Motto „Einer für Alles“.
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