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Es geht aufwärts, so kann man nach Abschluss der international größten Wassersportmesse in Düsseldorf aufatmen. In den 9
Veranstaltungstagen kamen 309.000 Besucher, etwa 2000 mehr als 2003, 20% davon besuchten auch die Halle 3, die traditionell dem Tauchsport gewidmet ist. Höchste
Besucherfrequenzen gab es wie immer an den Wochenenden. Am zweiten Samstag, dem altbekannten Schnäppchensamstag, verstopften die Kauflustigen nahezu alle Gänge, wenn
man Glück hatte ging es noch schrittweise voran. In Dreierreihen bedienten die Mitarbeiter der Shops und gegen 17:00 Uhr, als es wieder übersichtlicher wurde in der
Halle, sah man rundum in zufriedene Gesichter.
Die Deutschen reisen wieder, ein einstimmiger Tenor bei den ausstellenden Tauchreiseveranstaltern. Nach
mehreren Jahren zurückgehaltenem Fernweh hält es die Kundschaft nicht mehr im Lande und das absolute "Last Minute" auf den allerletzten Drücker bestimmt
nicht mehr allein das Geschäft. Gefragt sind Qualität und natürlich auch neue Destinationen, wobei man sich langsam schwer tut diesem Planeten noch wirklich neue
Tauchziele abzuringen. Was beim einen Veranstalter neu ist, hat ein anderer das Jahr zuvor angeboten. Aber auch der Mix aus Tauchen und weiteren Aktivitäten vor
Ort, wie beim neuen Reiseziel Oman von Sub Aqua, gibt den Urlaubsangeboten neue Impulse. Vielfach beschränkt sich heute die Interessenslage der Reisenden nicht nur auf
das Tauchen allein, immer öfter bündelt man kulturelles Interesse und weitere Sportarten mit dem Urlaub. Auf den Malediven wechseln hier und dort die Basenleiter
oder es werden bislang nicht als Tauchziel genutzte Resorts entsprechend umgewidmet, wie etwa die Insel Thulhagiri im Nord Male Atoll, die von Thomas Meyer als
Basisleiter betreut wird, unter der Regie von Sub Aqua. Zuvor war Thomas Mayer einige Jahre auf Machchafushi tätig. Als Spezialist für Tauchziele im Roten Meer
präsentierte sich "Tauchen und Meer", die mit dem edlen Safariboot "Longimanus" ein echtes Highlight anbieten. Nautilus Tours, ehemals ein
Spezialist für Ziele in der Karibik und auf Cuba, erweitert nun seine Palette deutlich auf das Mittelmeer und baut seine Ziele am Roten Meer aus. Travel Service Lahr
erschließt ein sehr individuelles Tauchgebiet auf Sri Lanka, das lange Zeit wegen politischer Unruhen nicht erreichbar war. Divers Heaven Fleet widmet sich im
stärkeren Maß der unberührten Tauchziele im Sudan, Uwe Nehls von "Schöner Tauchen" hat laufend News, wie er sagt, und auch bei ORCA findet man neben
bewährten auch neue Ziele. Lange Gesichter machten wieder die Besucher, die darauf setzten von den großen Ausrüstern Infos aus erster Hand zu bekommen. Jedoch
hatte hier traditionell nur Poseidon das Herz am rechten Fleck und zeigte auch Endverbrauchern ihr hochwertiges Sortiment. Ansonsten gingen die Interessenten leer aus
und soweit sich die eine oder andere Marke mit einem Stand zeigte, so mussten auch diesmal die Endverbraucher vor der Tür bleiben. Was blieb war die platte Nase an der
Ausstellungsvitrine, wo hinter Glas nach bester Museumsart die Relikte der Saison 2004 beäugt werden durften. Quo Vadis Scubapro? Das neueste Konzept der
Deutschlandvertretung dieses ehemals führenden Herstellers seine Produkte zu promoten verblüfft. Dem neuen Marketingmodell folgend soll der Fachhandel die Aufgabe
übernehmen Neuprodukte wirkungsvoll einem staunendem Publikum vorzuführen und hier auch Ansprechpartner für die Presse sein. Kaum vorstellbar, dass diese Idee das
deutsche Kind des US Konzern Johnson & Johnson wieder ins rechte Fahrwasser bringt. Die sehr übersichtlichen Margen im Tauchsporthandel lassen für solches
zusätzliches Engagement kaum Raum. Man wird in der aktuellen Saison wohl rasch die Auswirkungen dieser Idee bestaunen dürfen. Voll im Trend ist die digitale UW
– Fotografie mit allen positiven und negativen Nebenwirkungen. Am stärksten davon betroffen sind die Hersteller hochwertiger Gehäuse, die in immer kürzerer Zeit
auf neue Modelle reagieren müssen, wobei die an den Mann zu bringenden Stückzahlen bei einer Serie immer geringer werden. Wie lange man hier noch komfortable und die
Kreativität des Fotografen unterstützende Gehäuse zum noch bezahlbaren Preis liefern kann, ist schwer abschätzbar. Möglicherweise wird man versuchen standardisierte
Gehäuseformen zu entwickeln, bei der unterschiedliche Kameras lediglich durch individuelle Durchführungen für die wichtigsten Funktionen adaptiert werden. Oder man
konzentriert sich fortan nur noch auf die digitalen SLR – Kameras und überlässt die Verpackung der westentaschenkleinen Digitalzwerge den den Markt
überschwemmenden Plexiglasgehäusen, was für Schnappschüsse durchaus ausreichend ist, die vielen fotografischen Möglichkeiten, die diese Kameras aber beim Einsatz über
Wasser haben, keinen Raum lassen. Echte Messenews im innovativen Sinn gab es auch, wie immer aber an einer Hand abzählbar. An erster Stelle sei ENOS genannt. Mit
einem bezahlbaren System können abgetriebene Taucher geortet und ohne lange Suche innerhalb kürzester Zeit an Bord gebracht werden. Dafür benötigt der Taucher einen
Sender mit GPS – Empfänger. Tritt der Notfall ein, wird der Sender aktiviert, ermittelt die Position des Tauchers und sendet diese an den Empfänger an Bord des
Tauchschiffs – gleich ob Schlauchboot oder Safariyacht. Bei Green Force / Hugy hat sich ein Entwicklungsteam mit der Konzeption eines ITUP (intelligenter
Unterwasserpartner) befasst. Auf Basis eines wasserdicht verpackten HP Pocket-PC ist ein UW –Führer (Bestimmung von Fauna und Flora), ein Wrackführer (leichter
und einfacher in Wracks navigieren), ein Erste Hilfe Infosystem, ein Logbuch, ein Tauchcomputer und natürlich auch ein Spieleangebot (Unterhaltung bei der Deko)
programmiert worden. Bereits das erste Demomuster erntete viel positives Echo. Die Navigation im unbekannten Tauchgebiet soll ein am Erdmagnetfeld sich
orientierendes System ermöglichen. Zielgruppe dafür sind Tauchbasen, die mit Hilfe dieses UW-Pfadfinders ihre Gäste selbständig an die verschiedenen Highlights eines
Tauchplatzes führen und dann wahlweise die Rückkehr zum Ausgangspunkt auf direktem Weg oder wieder über die einzelnen Zwischenstationen ermöglichen. Die dafür
notwendigen verschiedenen Wegpunkte müssen einmal betaucht und gespeichert werden, natürlich immer auch unter Berücksichtigung der entsprechenden Tauchtiefe, dann
findet man auch bei eingeschränkten Sichtverhältnissen sicher sein Ziel. Umschwärmt war am ersten Wochende Prof. Hans Hass. Der Tauchpionier war eine Woche vor
seinem 85. Geburtstag zusammen mit seiner Gattin Lotte am Stand von SharkProject vor Ort um dort in seiner Eigenschaft als Schirmherr der Kampagne "Stop
Finning" Gespräche zu führen und ganz nebenbei unzählige Autogramme zu geben. Dr. Erich Ritter, als wissenschaftlicher Motor des Haischutzes war ebenfalls vor Ort
und für 9 Tage ein vielbesuchter Gesprächspartner, der gleichzeitig sein neues Buch "Mit Haien sprechen" vorstellte, das mit einer Vielzahl einmaliger Fotos
besticht.
Alles in allem war die boot 2004 zufriedenstellend. Viele kamen ohne Erwartungen und wurden bald schon in ihrer Haltung korrigiert, andere waren
bereits positiv gestimmt und wurden hier bestätigt und sogar übertroffen. Die neue Saison kann mit frischem Wind beginnen.
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