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Schatzsuche im Meer ist heute nicht nur ein Abenteuer, das zur Bergung wertvoller Ladungen führen soll, auch der die Archäologie betreffenden Teil der Erkundung des
Meeresgrundes spielt eine wichtige Rolle. Oft sind die Wracks soweit zerfallen, dass deren Aussehen, Herkunft, Name und Alter allein durch den Schiffskörper nicht mehr
rekonstruiert werden können.
Die Ladung, ob Porzellan, Kunst- und Wertgegenstände aus Edelmetall, Münzen oder oersönliche Gegenstände der Besatzung, jedes Stück erzählt
Geschichten seiner Zeit. Erst die Ladung hat in vielen Fällen gezeigt, dass bereits vor der Datierung durch anerkannte Wissenschaftler Handelsverbindungen mit Asien,
Afrika oder Süd-Amerika bestanden. Zur Optimierung der Suche steht neben der ausführlichen Recherche auch der Einsatz von unbemannten Robotern auf dem Plan, die in den
Tiefen des Meeres ihre Suche durchführen und Bilder von möglichen Fundstellen anfertigen, die mit Computerhilfe ausgewertet werden.
Moderne Meeres - Archäologie
In den 60er Jahren untersuchten Taucher in der Ausgrabungsstelle Yassi Ada vor der Türkei in 40 m Tiefe ein Wrack aus dem 14. Jahrhundert. Ein kleines U-Boot
fotografierte eine Schiffsladung Amphoren. Unter diesen bauchigen Gefäßen aus gebrannter Erde ruht das Holz des gesunkenen Schiffs.
Vor Sizilien erkundete der
ferngesteuerte Roboter JASON ein römisches Wrack. Sein Pilot war 800 m über ihm an Deck, wo er auf einem Bildschirm die Bewegungen des Arms steuerte.
Digitalisierte Keramik
Jeder Tauchgang mit Tauchgerät ist sehr teuer. Man benutzt deshalb Fotos, wie oben von der NAUTILE aus aufgenommen und den Computer, um die Ladung zu
rekonstruieren und zu analysieren, ohne jedoch vor Ort sein zu müssen.
Porzellanschiff „CHINAMAN“
Einen sensationellen Recherche-Erfolg kann
Deep Sea Exploration plc mitteilen:
Chefresearcher Dr. Robert Sténuit ist es gelungen, den Untergangsort eines britischen Teeklippers nur wenige Meilen vor der
britischen Küste fast punktgenau zu lokalisieren.
Der dreimastige Schnellsegler sank in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach einer Kollision mit einem
anderen Schiff. Die Ladung des 52 Meter langen Schiffes bestand aus mehr als 400 Tonne Tee, sowie eineigen Tonnen feinstem China-Porzellan und Handelswaren.
Aufgrund umfangreicher, mehrjähriger Recherche konnte der jetzige Lageort des Wracks, dessen offizieller Name vorerst noch geheimgehalten wird – mit Hilfe von
Computerberechnungen, bei denen die damaligen Strömungsverhältnisse sowie der Windeinfluss zu Grunde gelegt wurden, fast metergenau festgestellt werden.
Dies
stellt insofern eine kleine Sensation dar, da bislang China-Porzellan aus Teeschiffen fast ausnahmslos aus Wracks vor der Chinesischen Küste oder im asiatischen Raum
geborgen wurde. Erstmals wird eine Porzellanbergung sozusagen direkt vor der europäischen Haustüre erfolgen.
Der Wert der Ladung beläuft sich nach vorsichtigen
Schätzungen Experten zu Folge auf mehrere Millionen Mark.
Mit der Bergung und Lokalisierung des in 40 Meter Tiefe liegenden Schiffes wurde im Frühjahr 2001
begonnen.
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